Beate Uhse Keine Lust mehr auf 69

Dienstag, 30. Juli 2013
Das neue Logo von Beate Uhse (Bild: Unternehmen)
Das neue Logo von Beate Uhse (Bild: Unternehmen)

Beate Uhse gibt sich einen neuen Marktauftritt. Das Erotikunternehmen aus Flensburg tritt künftig mit einem neuen Logo am Markt auf und schickt das alte Erkennungszeichen mit einer stilisierten 69 in Rente. Zudem investiert Beate Uhse in die Kommunikation. Die alte Dame der Erotik will es nochmal wissen. Statt Discountern und Gratis-Pornoplattformen im Web kampflos das Feld zu überlassen, investiert Beate Uhse in den eigenen Markenauftritt. Schnörkel, ein Herz, der Markenname im Rot-Pink-Ton lösen das alte Logo mit einer stilisierten 69 ab. Es ist das sichtbarste Zeichen für die schleichenden Veränderung der letzten Jahre. Durch TV-Serien wie "Sex and the City" und Erotikschinken wie "50 Shades of Grey" ist die Kundschaft von Beate Uhse deutlich weiblicher geworden. Über 60 Prozent sind mittlerweile Frauen. Über 80 Prozent der Produkte in den Läden richten sich an Frauen. Die Folge: Die Marke soll für Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Verführung stehen - aber eben nach wie vor auch für Sex. Nur eben stärker als bislang aus der weiblichen Sicht. Deshalb will Beate Uhse neue Reize setzen. Die Läden werden umgebaut, die Videokabinen rausgeworfen, die Website umgebaut und die Kataloge im Stil von Frauenmagzinen gestaltet. Alles, bloß kein Schmuddelimage mehr - das ist die Devise.

Der Umbau im Markenauftritt hat aber auch Konsequenzen für die werbliche Ansprache. Für den deutschen Markt plant Beate Uhse im vierten Quartal 2013 und im ersten Quartal 2014 eine Kampagne. Bereits in den ersten drei Monaten des Jahres hatte der Konzern in den Niederlanden einen TV-Flight (siehe Video/Agentur: Dear, Amsterdam) getestet. Jetzt stehen hierzulande TV und Online auf dem Prüfstand. Damit würde das Erotikhaus wieder verstärkt in die Werbung zurückkehren. Für das vergangenen Jahr hat Nielsen ein Minus bei den Spendings von rund 84 Prozent ermittelt. Auf der Dienstleisterseite ist eine ganze Gruppe von Agenturen an der Neuausrichtung beteiligt: Haruki, Studio Oeding, Cubik 3 und Clicktivities 2wei.
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