Barilla-Affäre So reagiert die Konkurrenz

Freitag, 27. September 2013
Dieses Bild postete die Pasta- und Saucenmarke Althea (Bild: facebook.com/Altheasughi)
Dieses Bild postete die Pasta- und Saucenmarke Althea (Bild: facebook.com/Altheasughi)


Guido Barillas Absage an homosexuelle Testimonials sorgte nicht nur für einen Boykottaufruf, das umstrittene Radio-Interview des Barilla-Chefs war auch eine Steilvorlage für die Konkurrenz: Zahlreiche italienische Lebensmittelhersteller haben in den vergangenen Stunden im Netz für Toleranz geworben - und gleichzeitig für sich selbst. Sein Unternehmen unterstütze die traditionelle Familie, deswegen würden in der Barilla-Werbung keine Homosexuellen gezeigt, so Guido Barilla in einem Interview mit der "La Zanzara" der italienischen Radiostation Radio24. Zwar drückte er zugleich seinen Respekt für die gleichgeschlechtliche Ehe aus, ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare lehnte er aber ab. Was auf das Interview folgte, war ein Shitstorm im Netz und ein Boykottaufruf durch einen italienischen Parlamentarier. Derweil nutzt die Barilla-Konkurrenz die Angelegenheit zu ihre Gunsten aus, wie der italienische Blog Spetteguless aufzeigt.

Buitoni

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Der auch hierzulande vertretene Pasta-Hersteller Buitoni etwa postete ein Bild auf Facebook, das die offenen Portale eines Landsitzes zeigt. "Im Casa Buitoni ist Platz für alle", steht daneben. Über 1.500 Personen gefällt das Foto bisher und es wurde fast 1000 Mal geteilt.

Althea


Das Food-Unternehmen Althea - Amore e Sughi veröffentlichte dieses Bild auf Facebook. Es zeigt zwei sich küssende Männer und ist versehen mit der Headline: "Wo Althea ist, ist Familie." Das Motiv ist einem schon etwas älteren Werbespot von Althea entnommen (Kreation: McCann Erickson Italy). Der Satz darauf dürfte ein Seitenhieb auf den alten Barilla-Claim "Wo es Barilla gibt, ist zuhause" sein.

Pastificio dei Campi


Die privat geführte Pastamanufaktur Pastificio dei Campi reagierte ebenfalls via Facebook auf das Barilla-Interview. "Liebe kennt kein Geschlecht" besagt sinngemäß der Spruch auf dem Motiv, das noch am Donnerstag gepostet wurde.

Misura


Misura ist eine Marke aus dem Imperium des Food-Konzerns Italpasta. Die Botschaft, die Misura auf Facebook verbreitet, lautet: "Alle Familien sind unterschiedlich - und deswegen gefallen sie uns so sehr."

Garofalo


Auf der Facebook-Seite der Teigwarenmanufaktur Garofalo, deren Geschichte nach Firmenangaben bis in das Jahr 1789 zurückreicht, findet sich dieses Bild mit der Zeile: "Uns ist egal, mit wem ihr sie macht, hauptsache, sie wird al dente." Update: Dieses Posting stammt, wie zunächst von uns geschrieben, nicht von Garofalo selbst. Das Unternehmen distanziert sich vielmehr sogar davon.

Beekman 1802 Boys


Selbst aus den USA gab es eine Reaktion. Josh Kilmer-Purcell und sein Ehemann Brent Ridge sind die Stars der Reality-Show "The fabulous Beekman Boys", in der die beiden zu Farmern werden und eine eigene Lifestyle-Marke gründen, Beekman 1802. Diese kommt nun auch im Zuge des Barilla-Interviews ins Spiel. Auf ihrer Facebook-Seite teilen die Beekman Boys ein Foto mit einem Barilla-Produkt sowie einer Sauce aus ihrer eigenen Linie darauf. "Wir dachten, ihr wollt dieses Bild verbreiten. Weit. Vielleicht bis nach Italien.", schreiben die beiden dazu. Bislang wurde das Foto über 4000 Mal geteilt.

Bertolli


Und noch eine Reaktion auf einer deutschen Facebook-Seite: Das Motiv "Pasta und Liebe" von Bertolli für alle bezieht sich zwar nicht explizit auf Barilla, aber der Kontext dürfte klar sein (Danke an Leser Sebastian Franz für den Tipp). ire
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