Bakery Films Zalando entdeckt mit “Remix Fashion” das Musikvideo als Werbeformat wieder

Dienstag, 21. Februar 2017
In seiner Frühjahrs/Sommer-Kampagne wirbt Zalando mit einem Musikvideo
In seiner Frühjahrs/Sommer-Kampagne wirbt Zalando mit einem Musikvideo
© Zalando

Ist das noch klassische Werbung oder schon Content Marketing? Kern der Frühjahrs/Sommerkampagne von Zalando ist nicht ein TV-Spot, sondern das Musikvideo „Remix Fashion“ mit Rapper Asap Rocky. Der fast dreiminütige Film  knüpft an eine mehr als 25 Jahre alte Tradition an. Und dass der beteiligte Musikstar selbst eine Modekoryphäe ist, dürfte dem Erfolg der Kampagne weiter helfen.

Die neue Kampagne soll Frauen zu mehr Mut in der Kombination unterschiedlicher Modestile inspirieren, sagt Carsten Hendrich, VP Brand Marketing bei Zalando; „ASAP und die vier Protagonistinnen verkörpern diese Idee perfekt. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden mit dem 'Music meets Fashion'-Film etwas Neues und Unerwartetes, das sie inspirieren wird.“ Aus dieser Idee macht der von Bakery Film in Los Angeles gedrehte 360-Grad-Film (Regisseur: Gordon von Steiner) eine kleine Geschichte rund um das fiktive A$AP Hotel.  In dieses – sichtlich von Lars von Triers Film „Dogville“ inspirierte Setting – lädt der Rapper seine weiblichen Gäste und vertauscht ihre Koffer. Die von den Models Jourdan Dunn, Andreea Diaconu, Kris Gottschalk und Julia Nobis gespielten Gäste sind darauf gezwungen, ihre ursprünglichen Looks mit den neuen Fundstücken zu kombinieren.

Asap Rocky ist bei Zalando kein Unbekannter. Im vergangenen Jahr lieferte er schon auf der vom Berliner Modehändler finanzierten Messe Bread & Butter einen der Programm-Höhepunkte. Denn der New Yorker Künstler hat sich nicht nur in der Musik einen Namen gemacht, sondern ist auch in der Modebranche als Model und Unternehmer aktiv. 2013 startete er seine eigene Modemarke Asap. Im Februar gestaltete er eine eigene Gastkollektion für die Modemarke Guess.

Diese auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche Doppelbegabung des Rappers ist mit Blick auf die Geschichte der beiden Branchen nur konsequent. Praktisch seit der Erfindung des Musikvideos waren die musikalischen Kurzfilme stets auch wichtige Trendsetter in Modefragen. Marken wie Levis reagierten darauf, indem sie ihre TV-Werbung faktisch wie Musikvideos inszenierten. Umgekehrt suchten Musikstars immer wieder die Nähe zu Modeschöpfern. Die Entstehung des Starsystems der Supermodels in den 90er Jahren wird allgemein auf Projekte wie das 1992 entstandene „Too Funky“-Video von George Michael zurückgeführt. Der Sänger hatte alle Kostüme in dem Video von Modedesigner Thierry Mugler entwerfen lassen und ließ in dem Video Models wie Eva Herzigova, Linda Evangelista, Nadja Auermann und Tyra Banks auftreten.

Die Kampagne ist nicht nur online, sondern in adaptierter Form auch in Print und Out-of-Home präsent. cam

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