BMW-Markenleiterin Hildegard Wortmann "Die Integration der Dienste entscheidet"

Sonntag, 05. März 2017
Hildegard Wortmann, Markenleiterin BMW
Hildegard Wortmann, Markenleiterin BMW
© BMW

BMW hat sich nicht nur mit der Submarke BMW i bei New-Mobility-Themen frühzeitig positioniert. Der digitale Mobilitätsassistent BMW Connected basiert auf 15-jähriger Erfahrung mit vernetzten Diensten im Auto. Markenleiterin Hildegard Wortmann erläutert im HORIZONT-Interview, wie die Premiummarke die Gatekeeperfunktion bei Mobilitätsangeboten gewinnbringend ausfüllen will.


Insbesondere für Premiummarken wie BMW mit dem Claim „Freude am Fahren“ gilt der Motor als ein Differenzierungsmerkmal. Gibt es in Zeiten von E-Mobility und autonomem Fahren nun einen Shift der Markenspezifika vom Motorraum in den Innenraum? Ich würde nicht von Shift sprechen, aber sicherlich bekommt der Innenraum eine andere Bedeutung. Denn in Zukunft können sie die Zeit, die sie im Auto verbringen, eben anders und intensiver nutzen für Dinge, die nicht direkt mit dem Fahren zu tun haben. Freude als ein wesentlicher Markenkern von BMW bleibt für uns dabei auch in Zukunft ein wertvolles Asset. Denn dieses positive, freudvolle Erlebnis wollen Sie beim Fahren immer verspüren, ob sie nun autonom oder selbst fahren und unabhängig davon, ob es ein Auto mit Verbrennungsmotor oder E-Antrieb ist.

Wie sieht denn für Sie Freude in einem autonom fahrenden Auto konkret aus? Freude bedeutet unter anderem, für sich im Fahrzeug einen optimalen persönlichen Lebensraum, ein Wohlfühl-Umfeld zu gestalten. Wenn Sie etwa beruflich unterwegs sind und gewisse Teile der Fahrt ans Fahrzeug übergeben können, gewinnen Sie Zeit zum Arbeiten. Das geht natürlich nur, wenn Ihre Devices und damit alle notwendigen Informationen perfekt und einfach ins Fahrzeug integriert sind – nur dann können Sie sie komfortabel nutzen und sind komplett arbeitsfähig. Auch wenn Sie in der Freizeit unterwegs sind, können Sie künftig die Zeit im Fahrzeug für Quality-Time nutzen – etwa in einem Stau. Sie können gemütlicher sitzen, relaxen und zum Beispiel einen Film anschauen.

Wie hoch schätzen Sie denn die Hürden ein, bis diese Szenarien auch von den Kunden akzeptiert werden? Jeder von uns nimmt Innovationen gerne an, wenn sie einen spürbaren Nutzen stiften und für mehr Lebensqualität sorgen. Die Herausforderung wird sein, die Differenzierung der Marken aufrechtzuerhalten und in unserem Fall die BMW-typischen Gene herauszuarbeiten.

Wie schaffen Sie das? Wir können dank unserer Markenarchitektur bereits viele Facetten spielen. Mit der Submarke BMW i sind wir seit Jahren nicht mehr im Ankündigungsmodus und haben bereits über 100 000 elektrifizierte i-Fahrzeuge auf der Straße mit einer sehr hohen Awareness. BMW i steht dabei nicht nur für reine Elektromobilität, sondern dient als Inkubator für neue Technologien, darunter auch das autonome Fahren. Wir sehen an der Rückmeldung unserer Kunden, dass wir damit die Marke BMW erfolgreich weiterentwickelt haben, und wir werden es auch in Zukunft schaffen, Innovationen BMW-markentypisch zu entwickeln.

Interview: Jochen Zimmer

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Horizont Report Mobilität der Zukunft 9/2017 (Bild: HORIZONT)

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