Autonomes Fahren "Ein Segen für die Werbeindustrie"

Freitag, 14. Oktober 2016
Zukunftsforscher Sven-Gabor Jánszky glaubt an autonome Mobilität
Zukunftsforscher Sven-Gabor Jánszky glaubt an autonome Mobilität
Foto: Joerg Glaescher
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Autonomes Fahren wird die Mobilität der Menschen grundlegend verändern. Welche Verkehrskonzepte und Fahrzeugtypen sich auf dem Massenmarkt letztlich durchsetzen werden, ist völlig offen. Für Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky ist allerdings klar: Werbung und Marketing werden auf jeden Fall massiv von der Entwicklung profitieren – und autonomes Fahren könnte für den Verbraucher nahezu kostenlos sein. Im HORIZONT-Interview spricht er über seine Vorstellungen zukünftiger Mobilität und wie sie bezahlt werden wird.
Bewerten Sie das Thema Mobilität, insbesondere unter dem Stichwort autonomes Fahren, in den nächsten zehn Jahren eher rosig oder eher düster? Beides. Für die Menschen sehe ich die Konsequenzen künftiger Mobilität und autonomen Fahrens sehr positiv. Für die traditionelle Automobilindustrie allerdings bewerte ich das Szenario derzeit ziemlich negativ.
Dann lassen Sie uns zunächst über die Menschen sprechen. Warum sollen wir uns auf die veränderte Mobilität im Jahr 2026 freuen? Weil autonomes Fahren zu zwei großen Veränderungen führen wird. Es wird den Menschen eine deutlich größere Freiheit bringen, weil dann auch viele Personengruppen mit dem Auto unterwegs sein können, die dies heute noch nicht sind. Beispielsweise jüngere Menschen ohne Führerschein, aber auch ältere Menschen, die heute besser nicht mehr Auto fahren sollten. Der zweite positive Aspekt ist, dass wir in unseren Prognosen davon ausgehen, dass Autofahren mit dem Einsatz autonomer Fahrzeuge auf dem Massenmarkt für die Verbraucher nahezu kostenlos werden wird.

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Rekordausgabe! Mit 88 Seiten war der Automarketing-Report noch nie so groß wie im aktuellen Heft. Die HORIZONT-Ausgabe 41/2016 könnt ihr jetzt gratis als E-Paper lesen: Einfach eine E-Mail mit Stichwort "Automarketing" an knolle@horizont.net schicken.
Wie das? Weil autonome Fahrzeuge die Geschäftsmodelle in der Mobilitätsindustrie massiv verändern werden. Was wir heute schon bei den Entwicklungen und Projekten von Google, Uber und anderen beobachten können, wird sich in der Masse durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass in spätestens zehn Jahren auch andere Mobilitätsdienstleister, wie beispielsweise Mietwagenunternehmen, Airlines oder auch der ÖPNV ihren Kunden selbstfahrende Autoflotten zur Verfügung stellen werden. Das wird zu einem erheblichen Preisverfall führen, sodass autonomes Fahren für die Menschen kaum etwas kosten wird.

Eine gewagte These. Und die Erlöse kommen dann woher? Aus Werbung und Marketing. Einerseits werden selbstfahrende Autos ein perfekter neuer Abspielkanal für Werbung sein. Andererseits, und das ist sicher der zentrale Gedanke, werden Anbieter vernetzter Fahrzeuge immer exaktere Mobilitätsund Nutzerprofile der Verbraucher haben, die sie für entsprechende Marketingmaßnahmen nutzen können. Zum Beispiel, indem den Menschen während der Fahrt auf ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Produkte angeboten werden. Für die Werbe- und Marketingindustrie werden autonome Fahrzeuge ein Segen sein. as

Das komplette Interview lesen Sie in HORIZONT Ausgabe 41, Report Automarketing.
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