Automarketing Connectivity im Auto: "Siri, fahr mich nach Hause"

Donnerstag, 02. Oktober 2014
Connectivity in Autos gewinnt immer größere Bedeutung
Connectivity in Autos gewinnt immer größere Bedeutung
Foto: Fotolia

Die digitale Welt überlagert mehr und mehr den Alltag der Menschn. Im Auto halten bereits immer mehr Features, Applikationen und ganze Servicekonzepte Einzug. HORIZONT hat Marketingverantwortliche von großen deutschen Autobauern gefragt, wieso das Thema Connectivity für sie eine immer größere strategische Bedeutung gewinnt.
Wenn jemand mit seinem Auto spricht, ist er entweder großer Fan der Serie "Knight Rider" oder er fährt zum Beispiel den neuen Ford Ecosport. Denn die darin verfügbare Technologie "Ford Sync mit Applink" macht es möglich, ausgewählte Apps während des Fahrens per Sprachbefehl zu steuern. Nahezu alle Automarken arbeiten derzeit an der Integration verschiedener Smartphones und kooperieren in Projekten der Internetgiganten Apple (iOS in the car) und Google (Open Automotive Alliance). Audi verbindet mit "Connect" das Fahrzeug per SIM-Karte mit dem Internet. Die Technologie "Intellilink" erlaubt Opel-Fahrern, Android- und iOS-Apps zu nutzen, und Mercedes setzt auf das ganzheitliche Servicekonzept namens "Mercedes me", das alle Dienstleistungen auf einer Plattform bündelt.

Nicht verwunderlich, dass Konnektivitätsdienste für Marken nun auch in der strategischen Bedeutung immer relevanter werden. "Das digitale Leben unserer Kunden kennt heute keine Grenzen mehr. Gerade von einer Premium-Marke erwarten die Menschen, dass das Auto als größtmögliches Mobile Device einen aktiven Part darin übernimmt", sagt Sven Schuwirth, Leiter Marken- und Vertriebsentwicklung bei Audi. Bei Ford hat das Thema Connectivity weiter an Schubkraft gewonnen, auch weil die Amerikaner immer häufiger Kunden aus der Generation der Millennials für sich gewinnen, sagt Wolfgang Kopplin, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Ford-Werke: "Mit dem Internet aufgewachsen möchten diese Kunden immer 'connected' sein - natürlich auch im Auto. Dem stellen wir uns."

Und die Entwicklung steckt erst in den Kinderschuhen, sagt Achim Himmelreich, Vizepräsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft und Partner bei Mücke Sturm: "Wenn wir irgendwann verbesserte Steuerungselemente haben - also verbesserte Sprach- und Gestensteuerung - und diese dann die Sicherheitsauflagen erfüllen, werden wir einen Dammbruch erleben."



Was ist das Besondere an Ihrer spezifischen Markenlösung im Vergleich zu anderen Wettbewerbern im Bereich Connectivity?

Jens Thiemer, Leiter Marketing Kommunikation Mercedes-Benz Pkw:
Wir schaffen mit Mercedes me eine neue individualisierte Dienstleistungs- und Erlebniswelt für unsere Kunden und vor allem auch Noch-nicht-Kunden. Dies auch aus der Erkenntnis heraus, dass wir in Zukunft mehr als nur ein Automobil benötigen, um die Menschen zu bewegen und gleichermaßen zu faszinieren. Was unser Angebot von dem der Wettbewerber unterscheidet, ist die konsequente Ausrichtung auf den Kunden. Der Kunde steht im Mittelpunkt und nicht sein Fahrzeug. Daher trägt unser Angebot bei Mercedes-Benz den Titel „Mercedes me“.

Wolfgang Kopplin, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Ford-Werke:

Im Wesentlichen hat Ford Sync mit App Link zwei Punkte, die uns von zahlreichen Wettbewerbern unterscheiden: Zum einen die Fähigkeit, ausgewählte Apps über Sprachsteuerung zu bedienen, und zum anderen den Notruf-Assistenten, der nach einem Unfall über das verbundene Mobiltelefon einen Notruf absetzt, sobald entweder ein Airbag ausgelöst oder die Kraftstoffpumpe ausgeschaltet wurde. Diese einmalige Sicherheitsfunktion ist für die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs kostenlos verfügbar und das auch, wenn man im Ausland unterwegs ist – in mehr als 30 Ländern und in 27 verschiedenen Sprachen.“

Sven Schuwirth, Leiter Marken- und Vertriebsentwicklung Audi:
Bei Audi arbeiten Designer, Vertriebsexperten und Marktforscher mit den Entwicklern der Infotainmentsysteme ab der ersten Idee eng zusammen. Nur so können innovative Lösungen mit hochintegrierten, innovativen Bedienkonzepten sichergestellt werden, die dem Kunden einen echten Mehrwert für seine Bedürfnisse bieten. Mit Audi Connect bietet Audi ein breites Portfolio an Infotainment- und Online-Diensten an, die unabhängig vom bereits verwendeten Tablet oder Smartphone funktionieren. Die bestmögliche Einbindung externer Geräte erweitert den Funktionsumfang – der Kunde muss auf gewohnte Dienste auch im Auto nicht verzichten.

Andreas Marx, Direktor Marketing bei Opel Deutschland:
Einzigartig ist unser Onstar-Service. Über die neue Technologie, die es ab 2015 geben wird, kommen Opel-Fahrer in den Genuss einer Hochgeschwindigkeits-Mobilfunkanbindung. Damit machen wir das Auto zum leistungsstarken WLAN-Hotspot. Onstar bietet hochwertige Mobilitätsdienste – und darüber hinaus auch persönliche Assistenz. Mit dem Intellilink-System und Siri Eyes Free setzen wir darüber hinaus auch Maßstäbe in Sachen Sicherheit – Ablenkung, etwa durch das Lesen von E-Mails und SMS, werden vermieden.

Zusammengestellt von Giuseppe Rondinella

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