Autoindustrie Bei BMW verschmelzen Mobilität und Dienstleistungen

Mittwoch, 01. Februar 2017
Auf dem Car Symposium stellt sich BMW CEO Harald Krüger den Fragen von Autopapst und Kongressorganisator Ferdinand Dudenhöffer
Auf dem Car Symposium stellt sich BMW CEO Harald Krüger den Fragen von Autopapst und Kongressorganisator Ferdinand Dudenhöffer
Foto: Jan Schürmann/D+S Automotive
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Donald Trump ist auch da. Beim 17. CAR-Symposium der Universität Duisburg-Essen (UDE) ist der US-Präsident eines der Themen auf den Podien und auf den Fluren. Dabei geht es eigentlich um Innovationen und die Zeitenwende in der Autoindustrie.
Innovationen sind eines der Lieblingsthemen von Harald Krüger. Der CEO von BMW ist in diesem Jahr Keynote-Speaker beim 17. CAR-Symposium der Universtät Duisburg-Essen. Der Vorstandsvorsitzende der Münchner Edelmarke sieht sein Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt. "Wir schaffen mit unseren Innovationen echten Mehrwert für den Kunden", sagt Krüger und nennt dafür unter anderem das "Head up Display" im Fahrzeug. Deshalb gehört die Technologieführerschaft für ihn zu den zentralen Themen in der Ausrichtung von BMW, auch weil sich Innovationen auf die positive Wahrnehmung der Marke auswirken.
Es sind dabei vier Themen, auf die sich BMW konzentriert: Autonomes Fahren, Elektromobilität, Konnektivität und Sharing - ein Quartett, das auch in den Strategien von Audi und Mercedes-Benz eine zentrale Rolle spielt. Allein in diesem Jahr will BMW rund 100.000 Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge verkaufen, bestätigte der Konzern-Chef erneut. Zum Vergleich: Zwischen 2013 und 2016 hat der Konzern rund 100.000 E-Autos abgesetzt. Um den Verkauf anzukurbeln, zeigt der Konzern aktuell die neue 5er Limousine in der Werbung auch als Plug-In-Variante.

Zudem will BMW in diesem Jahr 40 selbstfahrende Testfahrzeuge auf die Straße bringen. Zielmarke ist das Jahr 2021, wenn der Premiumhersteller mit dem BMW iNext ins hochautomatisierte Fahren einsteigen will. Doch eines macht Krüger dabei auch klar: "Innovationen darf es nie auf Kosten der Sicherheit geben."  Für ihn geht es in den kommenden Monaten auch darum, bei der Vernetzung der Fahrzeuge weitere Erfahrungen zu sammeln. "Wir haben 8,5 Millionen connected cars auf der Straße", sagte Krüger. Hier will BMW mit Services und Angeboten punkten, auch um neue Zielgruppen zu erschließen. Die Kunden von morgen haben massiv andere Wünsche als die bisherigen BMW-Käufer, weiß er aus zahlreichen Gesprächen und Studien. "Mobilität und Dienstleistungen verschmelzen." Beispielsweise Carsharing, Autos on Demand und die vielen kleinen Assistenzsysteme in den Fahrzeugen, die einem das Leben leichter machen sollen. Und auch die Wege, die zu einem BMW-Kauf führen, ändern sich. "Wir werden einen massiven Anstieg der Direct Sales erleben", prognostiziert er. Und er nennt zwei Beispiele. In China habe der Konzern für den Mini Clubman Probefahrten angeboten, die nur online gebucht werden konnten. "Wir sind hier förmlich überrannt worden." In UK habe BMW gemeinsam mit dem Handel den Fahrzeugkauf über das Internet ohne vorherige Probefahrt getestet. Krüger zeigte sich zufrieden mit den Erkenntnissen, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen.

Damit wäre er eigentlich am Ende seiner Aussagen gewesen, wenn da nicht noch Donald Trump wäre. Krüger zeigt sich bei den Nachfragen gelassen. Er hält an dem geplanten Werk in Mexico weiter fest, das 2019 seinen Betrieb aufnehmen soll - trotz der angedrohten Schutzzölle. Immerhin betreiben die Münchner schon jetzt ihr größtes Werk überhaupt in den USA, das jährlich 450.000 Einheiten für den Weltmarkt produziert. "Wir haben bisher mit jeder Administration in den USA gut zusammengearbeitet", sagt Krüger.  Ob das Trump genauso sieht, werden die nächsten Wochen zeigen. mir
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