Audience Network An Facebook-Werbung kommt man (fast) nicht mehr vorbei

Freitag, 27. Mai 2016
Facebook umgarnt die Werbeindustrie
Facebook umgarnt die Werbeindustrie
Foto: Facebook
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Facebook Werbeindustrie Andrew Bosworth


Die Charmeoffensive von Facebook in Richtung Werbeindustrie geht weiter. Gerade erst wurde bekannt, dass neben Mobile-Pages und Apps künftig auch Desktop-Websites über das Audience Network mit Werbung bespielt werden können. Sogar Bewegtbild-Kampagnen auf Websites und Apps von Drittanbietern sind nun möglich. Heute verkündet Facebook ein weiteres Goodie für Marken: So liefert das Unternehmen künftig personalisierte Anzeigen über das Audience Network auch an Menschen aus, die überhaupt kein Facebook-Konto besitzen oder auf ihrem Gerät nicht eingeloggt sind.
Facebook nutzt dafür wie in der Online-Branche üblich Cookies, die Anzeigen an das Surf-Verhalten anpassen. Wie Andrew Bosworth, Vice President Ads and Business Platform bei Facebook, in einem Blogeintrag erläutert, hat das Unternehmen im Zuge dessen auch seine Cookie-Richtlinie aktualisiert. Wegen der Cookies und des Umgangs mit Nicht-Mitgliedern hatten bereits Datenschützer in mehreren Ländern Facebook ins Visier genommen. Diese Gespräche seien bei den neuen Regelungen berücksichtigt worden. Mit der Ausspielung von Werbung an Nicht-Mitglieder ist Facebook in der Lage, Werbungtreibenden auf einen Schlag deutlich mehr Reichweite zu bieten - was dem Social Network im Wettstreit der Plattormen und Gattungen um die Mediabudgets durchaus einen Vorteil verschaffen könnte. Zumal es für Unternehmen beziehungsweise ihre Dienstleister denkbar einfach ist, auch Facebook-Muffel über das Audience Network zu erreichen. Es genügt, ein Häkchen in den Anzeigentools bei „Audience Network“ zu setzen. Mehr Aufwand ist nicht nötig.
Audience Network Native
Bild: Facebook

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Etwas mehr Aufwand müssen Nutzer betreiben, die von Facebooks Audience Network keine oder andere Werbung sehen wollen. So können Mitglieder über den Menüpunkt „Deine Einstellungen für Werbeanzeigen“ interessenbasierte Online-Werbung grundsätzlich ablehnen. Dies gilt auch für Werbung auf Seiten, die nicht zu Facebook gehören. Zudem können Facebook-Mitglieder die eigenen Interessen bearbeiten, um andere Werbung angezeigt zu bekommen. Die vorgenommenen Einstellungen gelten künftig sowohl auf Facebook als auch auf Seiten und Apps, die nicht zu Facebook gehören. Wer kein Facebook-Mitglied ist hat die Möglichkeit, Werbung über das AdChoices-Symbol abzulehnen, das immer neben einer Audience-Network-Werbung zu sehen ist. 

Facebook legt sich gehörig ins Zeug, um das zu verhindern. Bosworth betont in dem Blogeintrag, dass Facebook daran arbeite, "jedem Einzelnen ein besseres Online-Werbeerlebnis zu bieten: Menschen, Websitebetreibern und Werbetreibenden". So werde Werbung über das Audience Network nach strengen Kriterien geprüft. Zum Beispiel sei Werbung mit Ton nur dann erlaubt, wenn der Nutzer mit dieser interagiere. Zudem sei "betrügerische Werbung und Werbung für unsichere Produkte und Dienstleistungen" verboten. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mit dem Audience Network Werbebuchungen im Wert von einer Milliarde Dollar generiert. mas 

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