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Intersport begeistert viele Kunden mit ihren Future Stores
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Audi, Ikea, Intersport, Saturn Wie Virtual Reality den stationären Handel verändert

Intersport begeistert viele Kunden mit ihren Future Stores
Lange war Virtual Reality Zukunftsmusik. Heute ist sie Wirklichkeit – und zieht mit ihrem großen Potenzial in den stationären Handel. Ikea, Saturn, Intersport und Audi erkennen bereits im Frühstadium ihrer Pilotprojekte positive Effekte.
von HORIZONT Online, Donnerstag, 07. Dezember 2017
"Virtual Reality kann Produkte visualisieren und völlig neu erlebbar machen", beschreibt Tobias Soffner, Digital Producer bei der Agentur Demodern, den USP der Technik. "Geschichten kann man auf diese Weise viel emotionaler und tiefer erzählen als auf herkömmlichen Digital Signage Displays." Marken, die erklärungsbedürftige Produkte anbieten oder auf spannendes Storytelling abzielen, profitieren besonders von VR. Starke Anwendungsgebiete sind laut Soffner insbesondere die Bereiche Möbel, Design und Automotive.

Ikea: Raum einrichten und erleben

Das Ikea-Einrichtungserlebnis bringt den Möbel-Katalog zum Leben.
Das Ikea-Einrichtungserlebnis bringt den Möbel-Katalog zum Leben. (© Ikea)
So zählt etwa Ikea zu Demoderns Kunden. Mit dem Willen, „das Experiment zu wagen und Dinge explorativ anzugehen“, startete das Möbelhaus im Jahr 2016 ein VR-Experiment, bei dem Kunden mithilfe einer stationär verfügbaren HTC-Vive-Brille ihre Traumküche in 3D erkunden können. Dabei interagieren sie mit Gegenständen – öffnen beispielsweise Schubladen, bedienen die Pfanne und bereiten schwedische Fleischbällchen zu. Eine Erweiterung stellt das Ikea-Einrichtungserlebnis dar, das den ganzen Möbel-Katalog in die virtuelle Welt bringt. „Die Kunden erhalten die Möglichkeit, auf einen vorhandenen Raum Einfluss zu nehmen, indem sie dessen Farben, Formen und Möbel in verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten selbst gestalten“, erklärt Christian Möhring, Web & Digital Manager bei Ikea. So hat der Besucher bereits vor dem Kauf ein realistisches Bild seines zuvor selbst eingerichteten Raumes vor Augen. Für das Pilotprojekt in der Filiale Berlin-Lichtenberg steht den Kunden die VR-Brille Oculus zur Verfügung.

Saturn: Shoppen mit VR-Brille - im Loft oder auf dem Planeten Saturn

"Virtual Saturn" macht das Shoppen mit VR-Brille zur Wirklichkeit.
"Virtual Saturn" macht das Shoppen mit VR-Brille zur Wirklichkeit. (© Saturn-Holding GmbH)
Experimentierfreudig zeigt sich auch Saturn, zuletzt mit dem Pilotprojekt „Virtual Saturn“. Mit der gleichnamigen App verschwinden Saturn-Einkäufer entweder in einen modernen Loft oder auf den Planeten Saturn. Dort können sie zwischen Hunderten Produkten auswählen, sie umdrehen und sich jedes Detail in hoher Auflösung anschauen. Gleichzeitig werden der Preis und die wichtigsten Features angezeigt, wie man es vom Online-Shop kennt. Der Nutzer kann die Produkte auch vergleichen, in einer Merkliste speichern oder im virtuellen Umfeld fotografieren und sich die Fotos per E-Mail zuschicken, um diese später auf Social Media zu teilen. Auf einer Tour durch insgesamt 20 Märkte können Einkäufer das bis zum 17. Februar testen. Wochentags zwischen 10 Uhr und 18 Uhr ist es Besitzern einer VR-Brille möglich, von zu Hause aus echte Saturn-Mitarbeiter als Avatare zur Produktberatung hinzuzurufen.

Intersport: Sportliches Abenteuer in Future Stores

Sportfans dürften sich hingegen über die Future Stores von Intersport freuen. In drei Filialen in Berlin und Potsdam gibt es neben diversen Highlights wie digitale Umkleidekabinen und „Magic Mirrors“ auch VR-Anwendungen für den Outdoor-Bereich: „Nutzer können beispielsweise klettern, am Lagerfeuer campen, mit einem Kajak den Amazonas runterfahren und dabei aktiv das Ruder in die Hand nehmen. Sie sind mitten im Erlebnis, können sich so inspirieren lassen und sich gleichzeitig auf das jeweilige Thema einstimmen“, beschreibt Carsten Schmitz, Chief Digital Officer bei Intersport, die VR-Erlebnismöglichkeiten in den Future Stores.

Audi: Traumauto hautnah erleben

Audi ist das erste Autohaus in Deutschland, das VR in der Kundenberatung einsetzt
Audi ist das erste Autohaus in Deutschland, das VR in der Kundenberatung einsetzt (© Audi AG)
Im Automobilsektor zählt Audi zu den Vorreitern in Sachen Virtual Reality. "Wir haben festgestellt, dass viele Kunden nicht wie früher beim Händler eine eingehende Beratung einholen, sondern sich immer umfassender über digitale Medien mit der Marke und unseren Produkten befassen", erklärt Audi-Techscout Marcus Kühne. Aus dieser Erkenntnis entstand 2015 die „Audi VR Experience“. Sie basiert auf hoch detaillierten Konstruktionsdaten der Autos und ermöglicht eine authentische Fahrzeugdarstellung. In mehr als 400 „Customer Private Lounges“ kann der Kunde mithilfe des Rift-Headsets Oculus sein selbst konfiguriertes Auto hautnah erleben und jedes Detail begutachten. Selbst Tageszeiten und Lichtverhältnisse sowie Umgebungen können in der virtuellen Audi-Welt variieren. „Das geht vom mondänen Hafen in Monaco über schroffe Berglandschaften in Island bis hin zur Mondoberfläche. Kunde und Händler entscheiden selbst, wo sie das Auto sehen wollen“, so Projektleiter Kühne. Audi habe durch sein frühes Engagement neue Kunden und eine höhere Glaubwürdigkeit gewinnen können.

VR hilft Kunden bei ihrer Kaufentscheidung

Virtual Reality macht es Kunden generell einfacher, beim Einkaufen die richtige Entscheidung zu treffen. Das zeigt eine Umfrage, die im Rahmen einer Studie der Unternehmensberatung Elaboratum durchgeführt wurde. Die Hälfte der 1000 Befragten gibt an, dass ihr durch VR die Entscheidung zum Produkt leichter falle. 54 Prozent sind der Meinung, dass sie sich ihr Produkt zudem besser vorstellen können. Auch wenn sich Virtual Reality noch im Frühstadium befindet, macht sich der Einfluss auf den stationären Handel überall bemerkbar. Das Gedränge und die gestiegene Verweildauer in den Stores sowie die positive Resonanz der Kunden deuten auf einen zukunftsträchtigen Markt hin. Dafür spricht auch, dass insbesondere jüngere Zielgruppen sich von Virtual Reality angesprochen fühlen, wie die Umfrage von Elaboratum zudem zeigt. Mit steigender Relevanz der Digital Natives wird auch Virtual Reality immer bedeutsamer für den stationären Handel. Von Naoual Abardah
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