Arbeitnehmer-Studie 34 Prozent der Nachwuchskräfte wollen bis 2018 kündigen

Donnerstag, 14. Januar 2016
34 Prozent der Befragten wollen spätestens innerhalb der nächsten zwei Jahre kündigen
34 Prozent der Befragten wollen spätestens innerhalb der nächsten zwei Jahre kündigen
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Deloitte Nicolai Andersen Recruiting


Diese Nachricht dürfte Arbeitgebern gar nicht schmecken: Mehr als jeder Dritte deutsche Millennial will spätestens innerhalb der nächsten zwei Jahre seinen Arbeitgeber wechseln. Das ist das Ergebnis des "Deloitte Millennial Survey 2016". Hauptgründe für die Unzufriedenheit der sogenannten Generation Y seien Überforderung und fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten. Das Gehalt spiele eine weniger wichtige Rolle.

Von den 34 Prozent der 24- bis 34-jährigen Deutschen, die einen Jobwechsel planen, visieren ihn neun Prozent innerhalb des kommenden Jahres an, sieben Prozent sogar innerhalb der nächsten sechs Monate. Im globalen Vergleich sind deutsche Berufseinsteiger damit allerdings loyaler. Weltweit wollen 44 Prozent bis 2018 ihrem Arbeitgeber die rote Karte zeigen.

"Die Generation Y ist nicht mehr bereit, sich lange an ein Unternehmen zu binden", so Nicolai Andersen, Partner und Leiter Innovation bei Deloitte. Unsicherheit und fehlende Förderung sind laut der Studie die Gründe, warum die Generation Y keine Zukunft bei seinem aktuellen Arbeitgeber sieht. 64 Prozent dieser jungen Arbeitnehmer vertrauen nicht in ihre eigenen Führungsqualitäten (weltweit liegt dieser Wert sogar bei 71 Prozent.) 52 Prozent beklagen, bei der Vergabe von Führungspositionen übersehen zu werden (global: 57 Prozent).

„Vielleicht haben wir der Generation Y bislang zu viel zugemutet.“
Nicolai Andersen, Deloitte
Dieses Ergebnis sollte uns zu denken geben, warnt Andersen: "Überforderte Nachwuchskräfte können langfristig keinen Mehrwert für Unternehmen schaffen - vielleicht haben wir der Generation Y bislang zu viel zugemutet. Um die richtigen Talente zu identifizieren, auszubilden und zu binden, sind heute ganz andere Ansätze notwendig als noch vor zehn Jahren." Investitionen in Recruiting und Ausbildung der Nachwuchskräfte würden sich bei einer hohen Fluktuation nicht rechnen. Andersen: "Unternehmen sollten daher hinterfragen, welche Instrumente und Maßnahmen für welche Mitarbeiter zielführend sind."

Studienergebnis: Zwei von drei Millennials wollen ihren Arbeitgeber bis 2020 verlassen
Studienergebnis: Zwei von drei Millennials wollen ihren Arbeitgeber bis 2020 verlassen (Bild: Deloitte)
Als ausschlaggebend für Job-Entscheidungen nennen ein Drittel der Millennials ihre eigenen Moralvorstellungen. Für jeden Vierten spielt das Einhalten der Unternehmensrichtlinien eine Rolle. 57 Prozent vertrauen in den positiven Beitrag ihres Unternehmens auf die Gesellschaft - ein Minus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Misstrauen in Deutschland bleibt damit überdurchschnittlich hoch. Global sind 73 Prozent vom positiven Beitrag der Unternehmen überzeugt.

Für die Studie wurden von September bis Oktober 2015 insgesamt 7.700 Vollzeitbeschäftigte im Alter zwischen 24 und 34 Jahren aus 29 Ländern weltweit befragt. Aus Deutschland nahmen 300 Millennials teil. Alle Ergebnisse des "Deloitte Millennial Survey 2016" können Sie hier nachlesen. jeb

Einfluss persönlicher Werte und Vorstellungen deutscher Millennials auf Entscheidungen im Job
Einfluss persönlicher Werte und Vorstellungen deutscher Millennials auf Entscheidungen im Job (Bild: Deloitte)

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