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Adfraud ist ein großes Problem für die Branche
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Appsflyer-Studie 2018 oder: Das Jahr, in dem die Branche Adfraud den Kampf ansagt

Adfraud ist ein großes Problem für die Branche
Die Bestrebungen in der Branche gegen Adfraud nehmen zu - wirklich systematisch gehen bislang aber nur wenige Publisher und Werbungtreibende vor. Das dürfte sich bald ändern: Für das kommende Jahr wollen 94 von 100 Marketingverantwortlichen in Deutschland den Kampf gegen Adfraud im Mobile-Bereich zur Priorität machen. Das ist das Ergebnis einer Forrester-Studie im Auftrag des Mobile-Marketing-Dienstleisters Appsflyer.
von Ingo Rentz, Sonntag, 17. Dezember 2017
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    Werbungtreibende planen demnach vor allem folgende Maßnahmen: Um den Fraud-Anteil in ihren Kampagnen zu senken, wollen 53 Prozent der Befragten mit ihren Dienstleistern betrugsbezogene KPI vereinbaren. Ebenfalls hoch im Kurs steht mit 48 Prozent der Einsatz unabhängiger Daten- und Analyse-Tools für Fraud-Prevention und -Protection sowie die Zusammenarbeit mit Technologieanbietern, die eingekauften Traffic validieren (43 Prozent). Dass die Unternehmen ihr Engagement gegen Adfraud intensivieren, dürfte vor allem mit dem gestiegenen Leidensdruck zusammenhängen. Der Studie zufolge geben 43 Prozent der befragten Marketer an, dass die Betrugsrate bei digitalen Werbekampagnen in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen habe. 34 Prozent der Befragten ist dabei der Meinung, dass mindestens 40 Prozent ihrer Budgets für Mobile-Web- oder In-App-Kampagnen Betrug zum Opfer fallen.

    Über die Studie:

    Im Auftrag von Appsflyer führte Forrester im Zeitraum von August 2017 bis Oktober 2017 eine Umfrage unter 250 Marketingverantwortlichen in Großunternehmen und Agenturen durch mit einem monatlichen digitalen Werbeetat von mindestens 1 Million US-Dollar und Sitz in Deutschland, Frankreich, UK oder USA.
    Für den Anstieg des Werbebetrugs gibt es verschiedene Gründe, von denen folgende am häufigsten genannt werden: Mangelnde Datenhoheit bzw. fehlender Einblick in Kampagnendaten (43 Prozent), unzureichende Transparenz, auf welchen Inventaren eigene Kampagnen ausgespielt werden (43 Prozent) sowie fehlendes internes Wissen zu Programmatic Advertising (27 Prozent). Gleichzeitig räumt die Mehrheit der Werbungtreibenden ein, aktuell nicht in der Lage zu sein, die meisten Arten von Betrug wirksam zu verfolgen und zu bekämpfen. 

    Sich stärker gegen mobilen Adfraud wappnen zu wollen ist auch eine Folge des Spending-Verhaltens: Laut Appsflyer wollen 81 Prozent der hierzulande befragten Marketingverantwortlichen ihre Budgets für mobile Werbung in den kommenden zwölf Monaten erhöhen. Einen besonderen Fokus legen sie dabei auf die Vermarktung ihrer Apps (85 Prozent).

    "2018 werden Werbetreibende und Agenturen weiter in den Kampf gegen Fraud investieren, indem sie intern Know-how und Tools aufbauen. Denn in dem hochkompetitiven App-Markt hat derjenige einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, der sich am besten gegen Fraud zu Wehr setzen und damit sein Werbebudget effektiver einsetzen wird", sagt Ben Jeger, Managing Director DACH von Appsflyer.

    Erst kürzlich belegte eine Studie von Google, Quantcast und Amobee, das Klickbetrug besonders bei Videos jährlich für Verluste in Milliardenhöhe sorgt. Als wirksames Mittel dagegen wird das neue Anti-Adfraud-Tool ads.txt gesehen. Dieses verhindert, dass sich zwielichtige, nicht autorisierte Marktplatz-Anbieter in den programmatischen Verkauf digitalen Werbeinventars einschalten und vorgeben, Premium-Inventar zu verkaufen, dies aber gar nicht tun.

    Die Kampagnen der Werbungtreibenden erscheinen dabei in minderwertigen Umfeldern, wo sie niemals den gewünschten Zweck erfüllen können. Die Publisher, bei denen die Kampagnen eigentlich zu sehen sein sollten, sehen dabei kein Geld des Kunden. ire
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