Anti-Pestizid-Kampagne BUND nimmt umstrittenen Spot aus dem Netz

Montag, 11. November 2013
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Babys, die in einem Acker in der Erde sitzen und von einem Flugzeug mit Pestiziden besprüht werden: Diese Kampagne des BUND sorgte für viel Aufmerksamkeit - für so viel, dass die Umweltorganisation das Video nun aus dem Netz nahm. Die Begründung: Es werde zu viel über den Spot geredet und zu wenig über das darin problematisierte Thema. Seine Kritik am Pflanzenschutzmittel Glyphosat hält der BUND aufrecht.
"Hergestellt um zu töten": Mit diesen Worten endet der 45-sekündige Spot, der bis vor Kurzem noch auf der Internetseite des BUND und auf Youtube zu sehen war. Auch im TV ist der von der Hamburger Agentur VSF&P kreierte Film gelaufen. Der BUND wollte mit der Kampagne auf die Gefahren von Pestizideinsatz in der Landwirtschaft hinweisen, insbesondere des umstrittenen Total-Herbizids Glyphosat, das im Verdacht steht, ungeborenes Leben zu schädigen und Krebs auszulösen.

Der Spot erntete jedoch vor allem Kritik, insbesondere von Agrarverbänden, die dadurch "Landwirte in die Nähe von Kindermördern" gerückt sahen, wie es etwa in einem Statement des Industrieverbands Agrar hieß. Der Deutsche Bauernverband sprach von "Hetze und Desinformation". Und auch auf der Facebook-Seite von HORIZONT wurde der Spot kontrovers diskutiert:



Nun hat der BUND reagiert und das Video von seiner Website und aus seinem Youtube-Kanal entfernt. Die filmische Umsetzung habe letztendlich eine größere Debatte ausgelöst als das in dem Spot problematisierte Thema, nämlich die Gefahren des Glyphosat-Einsatzes in der Landwirtschaft, heißt es in der Begründung der Umweltorganisation. "Unser Spot hat die Agrarindustrie auf den Plan gerufen. Mit ihrer Kritik hätten wir gut leben können. Doch wir mussten feststellen, dass auch viele Menschen, die unser Anliegen in der Sache teilen, das gewählte Darstellungsmittel unangemessen finden", sagt BUND-Pressechef Norbert Franck. "Wenn der Eindruck entstanden ist, dass wir alle Landwirte diskreditieren wollen, dann haben wir in unserer Öffentlichkeitsarbeit etwas falsch gemacht.

An der Kritik, dass Glyphosat "gravierende Umweltschäden verursache sowie inakzeptable Gesundheitsgefahren berge", werde man jedoch grundsätzlich festhalten. ire
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