Anders-Sundt Jensen "Es ist für uns eine sehr entscheidende Markteinführung"

Montag, 17. November 2014
Anders-Sundt Jensen
Anders-Sundt Jensen
Foto: Volkswagen
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Anders-Sundt Jensen prägte jahrelang das Marketing von Mercedes-Benz. Seit Januar arbeitet der Manager für Volkswagen. Mit der Passat-Kampagne hinterlässt der Norweger erstmals seine eigene Handschrift bei dem Wolfsburger Autokonzern.
Es ist immer noch etwas ungewohnt, dass Anders-Sundt Jensen jetzt in Wolfsburg als Leiter Marketing Kommunikation der Marke Volkswagen Pkw das Zepter schwingt. Jensen hingegen ist angekommen. Er lobt die Qualität der Modelle, die Möglichkeiten und den Teamgedanken. Stuttgart ist, in solchen Momenten, ganz weit weg. Herr Jensen, mit der Kampagne für den Passat liefern Sie Ihre erste große Arbeit für VW ab. Wie viel Mercedes-Benz steckt in dem Auftritt? Null komma Null.

Warum? Der Passat gilt doch in den Medien als Premiumprodukt. Für uns gilt ein Grundsatz: Wir positionieren den Passat als einen Volkswagen, nicht als Premiummodell. Das ist ganz entscheidend, weil wir mit unseren Angeboten immer ein breites Spektrum abdecken wollen.

Passat Kampagne
Bild: VW

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Das muss Sie doch nicht hindern, in die Inszenierung Premium-Know how einfließen zu lassen. Das haben wir nicht gemacht und das wäre auch ein Fehler. Für uns ist es wichtig, dass wir einen Volkswagen präsentieren. Ich hatte genügend Zeit, mich mit der Marke Volkswagen, ihrer DNA, den Menschen und den Produkten vertraut zu machen. Die Kampagne ist das Ergebnis absoluter Teamarbeit. Natürlich kann man Erfahrungen anwenden, was die methodische Vorgehensweise angeht. Oder wie eine gute Headline bei einer Printanzeige auszusehen hat. Kurz und prägnant statt komplex und überfrachtet. Aber die Inhalte, die maßgeblichen Botschaften und die Art, wie wir diese zelebrieren, das muss immer Volkswagen sein.

Trotzdem dürften Sie unter Erfolgsdruck stehen. Der Passat gehört mit dem Golf zu den wichtigsten Modellen der Marke. 22 Millionen verkaufte Fahrzeuge in 41 Jahren. Das ist ein Brett. Natürlich. Der Passat ist unsere älteste Produktgruppe und eine tragende Säule innerhalb des Portfolios. Es ist für uns eine sehr entscheidende Markteinführung. Gleichzeitig ist der Markt im B-Segment herausfordernder geworden. Die Premiumhersteller haben sehr konsequent auf Downsizing-Trends reagiert und bieten heute Modelle zu einem durchaus erreichbaren Preis an. Das bedeutet für uns, dass wir auf diese Entwicklungen eine klare Antwort definieren müssen.

Wie lautet diese Antwort? Es gibt kaum eine Marke, die neue Technologien so konsequent demokratisiert wie Volkswagen; auch weil wir die Erfahrung des gesamten Markenportfolios im Konzern nutzen können. Wir verbessern ständig unsere Angebote. Die Folge: Vor 15 Jahren gab es viele Hersteller, die auf Augenhöhe mit uns waren. Mittlerweile haben wir diese hinter uns gelassen.

War das der Reiz, der Sie zum Wechsel bewogen hat? Volkswagen ist eine Marke, die das Herz eines jeden Menschen irgendwann im Leben berührt. Alle haben ein Mal in ihrem Leben eine Beziehung zur Marke Volkswagen in irgendeiner Form gehabt. Das unterscheidet uns von den meisten anderen Automarken. Das fasziniert mich. Und das hilft uns, schöne Geschichten zu generieren. Wir können so Relevanz mit einer Prise Emotionalität paaren.

Das komplette Interview mit Aussagen zu Shifts, Messmethoden und zur Kampagne steht in der aktuellen Ausgabe von Horizont 46/2014
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