Ambush Marketing Wie Stürmerstar Aubameyang den BVB mit einer Werbeaktion für Nike verärgerte

Montag, 03. April 2017
Die Nike-Homepage mit dem "Masked Finisher" Pierre-Emerick Aubameyang
Die Nike-Homepage mit dem "Masked Finisher" Pierre-Emerick Aubameyang
© Screenshot Nike.com

Borussia Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang sorgt mit einer Guerilla-Aktion für seinen Werbepartner Nike für Ärger: Weil der Stürmerstar beim Derby auf Schalke während des Torjubels eine Maske seines Sponsors aufzog, droht ihm nun Ärger mit seinem Arbeitgeber - der bekanntlich von Puma ausgestattet wird. Es ist nicht das erste Mal, dass der 27-jährige Gabuner auf diese Weise negativ beim BVB auffällt.
In der 53. Minute des Revierderbys gegen Schalke 04 erzielte Aubameyang am Samstag das zwischenzeitliche 1:0 für den BVB - von der Seitenlinie wird ihm anschließend eine Maske zugeworfen. Der Torschütze zieht sie sich über den Kopf und läuft damit Richtung Dortmunder Fanblock.
Pikant wird die Geschichte dadurch, dass Aubameyang von seinem privaten Werbepartner Nike bereits seit knapp einem Monat als "The Masked Finisher" inszeniert wird. Die Maske, die er auf Schalke trug, ist dabei sein Erkennungszeichen. Wer während des Spiels die Nike-Homepage besuchte, dem blickte Aubameyang ebenfalls als "Masked Finisher" entgegen. In einem kürzlich veröffentlichten Nike-Spot ist er ebenfalls mit der Maske zu sehen.
Borussia Dortmund ist von der Aktion alles andere als begeistert. Der amtierende Vizemeister wird von Nike-Konkurrent Puma ausgestattet. Der Herzogenauracher Sportartikler ist darüber hinaus Teilhaber beim BVB. Besonders Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke machte seinem Ärger mehrfach Luft: Noch am Samstag sagte er laut Nachrichtenagentur dpa, über die Aktion werde man noch reden müssen. Offensichtlich ließ Watzke seinen Worten schnell Taten folgen: Am heutigen Montag meldet die "Bild"-Zeitung in ihrer gedruckten Ausgabe, dass der BVB Aubameyang zu einer satten Geldstrafe in Höhe von mindestens 50.000 Euro verdonnert hat.

Neben Aubameyang richtet sich der Zorn der Dortmunder aber auch gegen Nike. "Dieses Vorgehen ist eines großen Konzerns unwürdig", so Watzke gegenüber der "Bild". Das Verhältnis gegenüber dem US-Konzern sieht der BVB-Chef als "deutlich belastet" an. Auch im "Kicker" äußerte sich der HORIZONT-Marketing-Mann des Jahres: "Es kann nicht sein, dass Nike auf diese Weise versucht, ökonomische Interessen durchzusetzen", klagt Watzke im "Kicker".
Hans-Joachim Watzke
Bild: Holde Schneider

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Die Verstimmung dürfte auch deswegen so groß sein, weil Aubameyang bereits vor einigen Wochen mit einer ähnlichen Aktion für schlechte Stimmung bei Borussia Dortmund gesorgt hatte: Vor vier Wochen war Aubameyang nach der Präsentation eines neuen Schuhs mit einem Nike-Logo im Haar aufgteaucht. In diesem Fall beließen es die BVB-Offiziellen noch bei einer Ermahnung.

Bei Nike hat es gute Tradition, im Gebiet der Konkurrenz zu wildern: Zu Fußball-Großereignissen startet das Unternehmen regelmäßig große Werbe-Kampagnen mit Fußballbezug, um den offiziellen Fifa- und Uefa-Sponsor Adidas in dessen eigenem Terrain anzugreifen. Der Erfolg in Form von hoher Aufmerksamkeit und hohen Bekanntheitswerten scheint Nike Recht zu geben - auch im aktuellen Fall. Sportmarketing-Experten warnen jedoch, es mit diesem Ambush Marketing nicht zu übertreiben: "So sehr ich ein Freund des Regelbruchs und auch das Ambush-Marketing bin, so sehr muss man aufpassen, dass er nicht zu Lasten der Glaubwürdigkeit und der Teamfähigkeit eines Spielers geht", schreibt Raphael Brinkert, Geschäftsführer von Jung von Matt/Sports, auf Facebook.

Andere BVB-Offizielle nehmen Aubameyang indessen in Schutz: 
Trainer Thomas Tuchel und Sportchef Michael Zorc kritisierten stattdessen die Medien. Die Diskussion sei "scheinheilig", so Zorc laut Nachrichtenagentur dpa. Tuchel erklärte derweil: "Ich finde es heuchlerisch, daraus eine arrogante Geste zu machen." Und der Kritisierte selbst: Meldete sich auf Twitter und Instagram. "Ich arrogant?", schrieb Aubameyang: "Kommt schon, Jungs. Ich bin wie ein Kind, das es genießt, Fußball zu spielen." 
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