Amazon, Apple, Google Das sind die relevantesten Marken in Deutschland

Mittwoch, 25. Januar 2017
Amazon ist für viele Deutsche unverzichtbar
Amazon ist für viele Deutsche unverzichtbar
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Welche Marken haben für die Deutschen wohl die höchste Relevanz? Heimische Klassiker wie Mercedes-Benz, Nivea oder DM etwa? Weit gefehlt! Glaubt man einer repräsentativen Umfrage der Marken- und Strategieberatung Prophet, dann liegen hierzulande mit Amazon, Apple und Google drei US-Konzerne vorn. Und Deutschland ist alles andere als ein Einzelfall.
Als relevant gelten Marken aus Sicht der Prophet-Marktforscher dann, wenn sie eine wichtige Rolle im Leben der Menschen spielen – also konsequent kundenorientiert, kreativ, innovativ und pragmatisch sind. Schaut man sich die für die Märkte USA, China, Großbritannien und Deutschland erstellten Rankings an, dann wird deutlich, wie dominant die Tech-Riesen aus den USA inzwischen weltweit sind. So ist Amazon in Deutschland  (Rang 1), den USA (Rang 2) und Großbritannien (Rang 3) jeweils unter den Top 3 vertreten. Dasselbe gilt für Apple. Der iKonzern führt in den USA und Großbritannien jeweils das Ranking an und liegt in Deutschland auf Rang 2. Auch auf Google möchten viele Menschen nicht mehr verzichten. Der Suchriese schafft es in Großbritannien (Rang 2) und Deutschland (Rang 3) ebenfalls unter die Top 3. In den USA liegt Google zwar "nur" auf Rang 5. Dafür schafft es der Konzern mit dem Smartphone-Betriebssystem Android (Rang 3) ebenfalls aufs Siegertreppchen. 

Das sind die 50 relevantesten Marken der Deutschen
Das sind die 50 relevantesten Marken der Deutschen (Bild: Prophet)
Etwas anders sieht es in China aus, wo an der Spitze des Rankings die heimischen Marken AliPay und WeChat zu finden sind. Danach macht sich allerdings auch im Reich der Mitte der weltweite Siegeszug der US-Marken bemerkbar: So geht Rang 3 bereits an Visa. Auf den Plätzen folgen mit Marriott, Uber und Ford weitere US-Marken. 

Was die Umfrage deutlich macht, ist das Ausmaß, in dem technologiegetriebene Marken die etablierten Anbieter traditioneller Produkte wie Autos, Bekleidung oder Lebensmittel hinsichtlich Relevanz und Beliebtheit verdrängen. Besonders deutlich tritt das in Großbritannien zutage. Dort wird nicht nur die Top 10 ausschließlich von digitalen Services, Soft- oder Hardware bestimmt. Mit BBC (Platz 19) findet sich auch nur eine einzige britische Marke unter den Top 20. In Deutschland sieht es etwas besser aus. Mit Bosch (Rang 9), DM (Rang 12), Miele (Rang 13), Adidas (Rang 15), Braun (Rang 18), Ravensburger (Rang 19) und Oral-B (Rang 20) haben es immerhin sieben deutsche Marken unter die Top 20 geschafft. 

Laut Jan Döring, Partner bei Prophet, zeigt das Markenranking eine erhebliche Änderung im Konsumverhalten der Verbraucher. "Zwar sind die traditionellen Marken nicht plötzlich irrelevant, aber sie stehen einer neuen Konkurrenz aus der digitalen Welt gegenüber, die erfolgreich das Interesse der Menschen gewinnt." Aus Sicht von Döring kann sich diese Veränderung spürbar auf das Geschäft auswirken. Relevanz sorge für rentables Wachstum, denn relevante Marken könnten ihre Umsätze steigern, höhere Preise durchsetzen und die Kauffrequenz erhöhen, ohne dabei auf kurzfristige Rabatte oder Maßnahmen zur Verkaufsförderung zurückgreifen zu müssen, meint Döring: „Für die Kunden werden diese Marken deshalb zu einem unverzichtbaren Teil ihres Lebens, weil sie relevant sind. Sie wenden für die Marken, die ihnen am meisten bedeuten, Zeit und Geld auf, widmen ihnen Aufmerksamkeit und geben ihnen Raum“.

Für die Studie, die über 800 Marken aus 27 Branchen umfasst, hat die Marken- und Strategieberatung Prophet mehr als 40.000 Konsumenten in Deutschland, Großbritannien, den USA und China befragt - darunter rund 10.000 aus Deutschland. mas
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