Alpargatas Europe So bunt gibt Havaianas in Deutschland Gummi

Freitag, 14. Juli 2017
In seiner Launch-Kampagne inszeniert Havaianas die Zutaten des brasilinianschen Sommers als Supermarktprodukte. Hier: Freude
In seiner Launch-Kampagne inszeniert Havaianas die Zutaten des brasilinianschen Sommers als Supermarktprodukte. Hier: Freude
© Alpargatas
Themenseiten zu diesem Artikel:

Havaianas Berlin Flip-Flops Brasilien Kultmarke


Es ist der erste Shop der brasilianischen Kultmarke in Deutschland und er eröffnet dieses Wochenende in Berlin. Die aus Gummi hergestellten Flipflops des Herstellers Alpargatas sind zwar in Brasilien ein Alltagsartikel für alle Gesellschaftsschichten, aber in Deutschland für viele noch ein Geheimtipp. Das will Alpargatas Europa-Präsident Guillaume Prou jetzt ändern.

Wenn zum 15. Juli die kultige Flipflop-Marke Havaianas auf dem Berliner Kurfürstendamm 210 ihren ersten Markenstore in Deutschland eröffnet, ist das keine simple Ladeneröffnung, sondern auch ein Bekenntnis zu einem bisher vernachlässigten Markt. "Deutschland birgt für uns noch ein riesiges Marktpotenzial, aber die Gewohnheiten der Konsumenten sind auch sehr speziell. Hier wollen wir dazulernen", sagt Guillaume Prou, Alpargatas-Präsident der Region EMEA. Das trendaffine Berlin soll der Marke quasi als Testmarkt für die weitere Expansion dienen.

Guillaume Prou, Präsident Alpargatas Europe
Guillaume Prou, Präsident Alpargatas Europe (Bild: Alpargatas)
Dass das Unternehmen den deutschen Markt bisher stiefmütterlich behandelte, hat zwei Gründe: Zum einen steht die Marke für das Lebensgefühl der brasilianischen Strände. Ein Nutzungserlebnis, das sich schwer ins verregnete Deutschland übertragen lässt. Zum anderen ist aber auch der deutsche Handel kein leichter Partner für Markenhersteller.

Von den fehlenden Sonnenstunden in Deutschland lässt sich Prou nun nicht mehr abschrecken: "Wir sind eine sonnige Marke und das Wetter eines Landes spielt bei der Akzeptanz sicher eine Rolle. Aber Großbritannien ist nicht gerade für gutes Wetter bekannt und es hat sich für uns zum zweitwichtigsten Absatzmarkt in Europa entwickelt."

Der Zeitpunkt der Expansion ist nicht zufällig gewählt. Denn 2018 feiert Hersteller Alpargatas das 10-Jahre-Jubiläum seines Eintritts in den europäischen Markt und das 20-Jahre-Jubiläum seines Designklassikers "Brazil". Anlässe, die der Hersteller mit hoher Marketingpower zu kommunizieren gedenkt. Gelingt es bis dahin, die eigene Präsenz in der deutschen Handelslandschaft deutlich auszubauen, wäre Havaianas gut positioniert, um die Jubiläumswerbung in wachsenden Marktanteilen zu versilbern.

Die begleitende lokale Plakatkampagne zeigt schon deutlich, wie die Marke bei deutschen Konsumenten in Erinnerung bleiben will. Unter dem Claim "Made of Brazilian Summer" will sich Havaianas im Land der Reiseweltmeister als Symbol für die schönste Zeit des Jahres etablieren. Oder wie es der Havaianas-Manager formuliert: "Unsere Marke steht für ein Lebensgefühl, das an den Stränden der Copacabana entstanden ist. Das wollen wir für unser deutsches Publikum erlebbar machen." Aufmerksamkeit ist der lokalen Kampagne auf jeden Fall gewiss. Nicht umsonst gehören Kampagnen von Havaianas speziell in der Printkategorie seit vielen Jahren zu den Jury-Lieblingen von Kreativ-Wettbewerben.
  • 51449.jpeg
  • 51450.jpeg
  • 51451.jpeg
Prou sieht einen weiteren Aspekt, der ihn an der Marke fasziniert: "Wer unsere Produkte einmal im Alltag von Brasilien erlebt hat, weiß, dass Havaianas die wohl demokratischste Marke der Modeindustrie ist. Vom ärmsten bis zum reichsten Kunden finden alle bei uns ein passendes Produkt." Diese Vielfalt von aktuell 400 verfügbaren Modellen ist Chance und Herausforderung zugleich: Havaianas kann mit seinen Flipflops und Sandalen eine Vielzahl unterschiedlicher Kunden erreichen, aber gleichzeitig muss das Unternehmen den Handel überzeugen, dass sich eine opulente Inszenierung dieser Vielfalt auch tatsächlich lohnt.

Diesen Beweis soll nicht zuletzt der neue Marken-Store in Berlin liefern. Geht es nach Prou, wird er nicht lange der einzige bleiben: "Wir wollen im deutschen Handel expandieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir mit eigenen Läden zumindest in den großen Standorten wie Hamburg, München, Düsseldorf, Frankfurt und Köln Präsenz zeigen werden."

Wann diese ambitionierten Pläne in Deutschland mit einem entsprechenden Media-Budget unterlegt werden, will der Manager allerdings nicht kommentieren: "Wir wollen sicherstellen, dass wir die Identität unserer Marke in diesem Markt wirklich nachhaltig etablieren. Und deshalb gehen wir Schritt für Schritt vor, statt auf den großen Knall zu setzen." cam

Meist gelesen
stats