Allianz Deutschland Warum Vorstand Bernd Heinemann die Digitalisierung des Konzerns vorantreibt

Freitag, 17. Oktober 2014
Bernd Heinemann setzt auf eine Zwei-Marken-Strategie
Bernd Heinemann setzt auf eine Zwei-Marken-Strategie
Foto: Allianz
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Bernd Heinemann Allianz Deutschland Allsecur


Versichern geht im Netz. Mit "Mein Auto digital +" bietet die Allianz erstmals den Onlineabschluss einer Police an. Bernd Heinemann, Vorstand für Marktmanagement bei der Allianz Deutschland, erklärt im Gespräch mit HORIZONT den Umbau des Geschäftsmodells.
Künftig kann der Kunde beim Branchenführer alle Versicherungen online abschließen. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil die Allianz über ein flächendeckendes Netz mit über 13000 Vertretern im Außendienst verfügt. 2009 hatten sich die Vertreter noch mit Macht gegen die Allianz24 gestemmt. Die Allianz benannte das Onlineangebot in Allsecur um und fährt seitdem eine Zwei-Marken-Strategie. Doch die Zeiten haben sich massiv geändert. Der Konzern sieht keine Alternative zur konsequenten Digitalisierung. Warum das so ist, erklärt Allianz-Deutschland-Vorstand Bernd Heinemann. Herr Heinemann, die Allianz hat gerade verkündet, dass sie künftig alle Versicherungen auch online verkaufen will. Ist bei Ihnen im Konzern die Angst vor Google so groß, dass Sie jetzt das Geschäftsmodell umbauen? Wieso sollten wir Angst vor Google haben?

Weil der IT-Konzern nimmersatt ist, die Digitalisierung vorantreibt und im Versicherungsmarkt aktiv werden will. Ich glaube, diejenigen, die oft schreiben, jetzt kommt Google und alle müssen Angst haben, unterschätzen, wie schwer es in der Versicherungsindustrie ist, sich in der Produkt-, Vertriebs- und Servicewelt zu behaupten. Für mich heißt die zentrale Frage nicht, was macht Google? Vielmehr beschäftigt mich: Wie können wir gemeinsam mit unseren Vertretern die Chancen nutzen, die uns die Digitalisierung bietet? Wie werden wir wirklich multikanalfähig? Oder: Wie kreieren wir im Internet-Zeitalter kundengemäße Ansprache, Formate und Kanäle? Das ist eine große Reise, auf die sich unsere Organisation begibt.
Bernd Heinemann setzt auf eine Zwei-Marken-Strategie
Bernd Heinemann setzt auf eine Zwei-Marken-Strategie (Bild: Allianz)
Sehen das Ihre Vertreter genauso? Sie haben doch nur deshalb die Allsecur, weil die Vertreter 2009 gegen die Allianz24 Sturm gelaufen sind. Das wird uns immer unterstellt, dass wir Allsecur nur deswegen gegründet haben.

Stimmt das etwa nicht? Natürlich gibt es immer eine Historie, wie man zu etwas kommt. Aber die Zwei-Marken-Strategie, zu der wir uns mit der Gründung der Allsecur entschlossen hatten, ist wichtig. Denn es gibt Menschen, die hohen Wert auf eine etablierte Marke legen, und anderen ist das weniger wichtig. An Letztere richtet sich die Allsecur.

Heißt: Trotz des Ausbaus des Onlinegeschäfts bei der Allianz bleibt Allsecur als Marke bestehen? Um es ganz klar zu sagen: Wir halten an Allsecur fest. Mit der Marke sprechen wir vor allem die Menschen an, die online alles erledigen und für die der persönliche Kontakt nicht wichtig ist. Mit der Marke Allianz wollen wir vor allem den hybriden Kunden ansprechen.
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Bild: Bild: Allianz/Screenshot Youtube

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Wie viele Abschlüsse wollen Sie binnen eines Jahres mit "Mein Auto digital +" erzielen? Am Anfang geht es vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln – das ist wichtiger als die reinen Verkaufsergebnisse. Würden wir in einem Jahr nur bei 5000 Neuverträgen stehen, wäre das ein Flop, das Zehnfache wäre ein gutes Ergebnis.

Wie wollen Sie das erreichen? Wir haben ein überzeugendes Produkt, optimierte Prozesse und die geeignete Infrastruktur. Jetzt fangen wir mit intensiverem Leadmanagement und Werbung an. Interview: mir

Das ausführliche Interview mit Statements zur Kampagne und warum die Allianz bei der Kundenakquise nicht alles macht, was möglich ist, lesen HORIZONT-Abonnenten in der Wochenzeitung (42/2014 vom 16. Oktober), die auch auf dem iPad oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonennten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.
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