Alexander Gauland So spießt Sixt den AfD-Vizechef auf

Dienstag, 07. Juni 2016
Sixt nutzt die Gauland-Affäre für Eigenwerbung
Sixt nutzt die Gauland-Affäre für Eigenwerbung
Foto: Sixt

Da hat Sixt sich aber lange bitten lassen: Erst eine Woche, nachdem AfD-Vize Alexander Gauland mit einer unsäglichen Äußerung über Nationalspieler Jerome Boateng für Wirbel gesorgt hatte, greift die Autovermietung Gaulands "Nachbar"-Zitat in einem Werbemotiv auf.
"Für alle, die einen Gauland in der Nachbarschaft haben", heißt es auf dem Motiv, das Sixt in der Nacht von Montag auf Dienstag bei Facebook eingestellt hat und das auch etwa in der Tageszeitung "Die Welt" erschienen ist. Der Link führt den Nutzer zu den Lkw-Angeboten des Pullacher Autovermieters, der sich damit insbesondere an Umzugswillige richtet. Kreiert hat das Motiv ausnahmsweise nicht Sixts Stammbetreuer Jung von Matt, sondern die Münchner Agentur 19:13.
Mit der Werbung spielt Sixt auf eine Äußerung Gaulands über Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng an, die vergangene Woche in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zu lesen war. Die Zeitung hatte Gauland mit den Sätzen zitiert: "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben." Der gebürtige Berliner hat eine deutsche Mutter und einen ghanaischen Vater. Gauland hatte der "FAS" anschließend vorgeworfen, ihn nicht nur gegen seinen Willen, sondern auch falsch zitiert zu haben. In der ARD-Talkshow "Anne Will" sagte er zum ebenfalls anwesenden "FAZ"-Journalisten Eckart Lohse: "Dass Sie mich reingelegt haben, ist doch völlig klar."

Unklar ist, wie viel Spaß der streitbare Vize-Chef der umstrittenen nationalkonservativen Partei versteht. Nicht zum ersten Mal nutzt Sixt eine Person des öffentlichen Lebens ungefragt für ein Werbemotiv. Das hatte die Autovermietung auch mit dem Grünen-Politiker Volker Beck getan, nachdem dieser wegen Drogenbesitzes in die Schlagzeilen geriet. Nicht jeder Nutzer fand das damals witzig. ire
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