Aldi Unternehmensgründer Karl Albrecht ist gestorben

Montag, 21. Juli 2014
Karl Albrecht ist tot (c) Aldi
Karl Albrecht ist tot (c) Aldi
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Karl Albrecht Aldi Discounter Coca-Cola


Wie Aldi erst jetzt bekannt gab, ist Karl Albrecht vergangene Woche in seinem Haus in Essen mit 94 Jahren verschieden. Damit ist auch der zweite Gründer des Lebensmittel-Discounters gestorben. Karl hatte seinen Bruder Theo um vier Jahre überlebt. Für den Aldi-Konzern geht mit seinem Ableben eine Ära zuende. Karl Albrecht hatte zusammen mit seinem Bruder Theo Aldi aus bescheidenen Nachkriegsanfängen zu einem globalen Weltkonzern aufgebaut und dabei die grundsätzlichen Regeln des Lebensmittel-Discounters als Handelsformat definiert. Zu den Besonderheiten von Aldi gehört, dass die Marke von den Einzelgesellschaften Aldi Süd und Aldi Nord arbeitsteilig betrieben wird. Karl Albrecht leitete Aldi Süd.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Profil des Discounters allerdings deutlich verändert. Waren die Aldi-Filialen früher für ihre spartanische Einrichtung bekannt, ist das Ladendesign heute eine wichtige Säule der Markeninszenierung. Auch die Rolle der Handelsmarken hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Standen sie früher nur für Billigware, stehen sie heute für Mehrwertprodukte, bei denen Aldi aktuelle Konsumtrends wie Fairtrade oder vergetarische Ernährung berücksichtigt.

In den vergangenen Jahren hatte sich immer mehr abgezeichnet, dass Aldi zunehmend bereit ist, auch grundlegende Aspekte seiner Markenpositionierung zu überprüfen. So weichte das Unternehmen seine Harddiscounter-Strategie des kleinen Sortiments mit hohem Handelsmarkenanteil zugunsten der verstärkten Listung von Markenartikeln wie Coca-Cola auf.

Auch in der Marketingkommunikation wurde immer wieder über einen Strategiewechsel spekuliert. Aldi gehört zu den wenigen großen B-to-C-Marken, die konsequent auf TV-Werbung verzichtet und vor allem Printmedien nutzt. Anders als andere große Handelsunternehmen hat Aldi allerdings bis jetzt die stagnierenden Reichweiten der regionalen Tageszeitungen nicht zum Anlass genommen, um verstärkt in elektronische Werbung zu investieren. Der Discounter hat stattdessen sein Prospekt-Format "Aldi informiert" zum Werbeträger für Image- und Prospektwerbung ausgebaut. Die Prospekte flankiert das Unternehmen anlassgebunden mit großen Anzeigen in den Tageszeitungen. cam
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