Aldi Süd Der Discounter startet mit „Aldi liefert“ ersten E-Commerce-Testballon

Mittwoch, 21. Juni 2017
So könnte die E-Commerce-Zunkunft von Aldi Süd aussehen
So könnte die E-Commerce-Zunkunft von Aldi Süd aussehen
© Aldi Süd
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Der Discount-Marktführer ist ab dem 26. Juni offiziell ein bisschen schwanger. Mit "Aldi liefert" können sich Aldi-Süd-Kunden Produkte zuhause aussuchen und liefern lassen. Bezahlt wird aber immer noch in den Filialen. Der neue Lieferservice ist zwar auf ausgewählte Aktionsartikel beschränkt, erlaubt dem Discounter aber logistische Abläufe zu testen, die für umfangreichere E-Commerce-Service nötig wären.

Bei "Aldi liefert" handelt es sich faktisch um Distanzhandel mit starker Online-Komponente. Aldi Süd vermarktet hier großvolumige und schwere Waren, die in den Filialen selbst nicht erhältlich sein werden. So ist das erste „Aldi liefert“-Angebot ein 65 Zoll UHD-Smart-TV von Medion zum Preis von 899 Euro und gilt ab dem 26. Juni 2017.

Beworben werden die Artikel über Handzettel, Anzeigen und die Angebots-Websites sowie eigene Flyer in den Filialen. Die Kunden teilen dem Kassenpersonal mit, dass sie einen „Aldi liefert“-Artikel erwerben möchten und bezahlen die Ware mit ihrem normalen Einkauf. Für den „Aldi liefert“-Artikel erhält der Kunde einen separaten Kassenbon mit einer Guthaben-PIN. Über die Webseite www.aldi-liefert.de oder telefonisch löst er den Bon ein und gibt die für die Lieferung notwendigen Daten an. Pikantes Detail mit Blick auf die regionale Aufteilung von Aldi Süd und Aldi Nord: Die Artikel müssen zwar in Aldi-Süd-Filialen bestellt werden, aber die Lieferung ist deutschlandweit möglich.

Für Aldi Süd ist das Modell mit seinem in Vergleich zu regulären E-Commerce-Sites eher komplexen Bestellablauf gleich aus mehreren Gründen charmant: Der Discounter kann hier nicht nur die Grundlage für künftige E-Commerce-Projekte legen, sondern schafft sich auch eine Plattform für neue Aktionsprodukte, die bei der Präsentation im stationären Handel zu aufwändig wären. Damit kann sich Aldi neue Umsatztreiber erschließen, ohne das ohnehin schon gewachsene Sortiment in den Filialen noch weiter zu verkomplizieren.

Selbst der archaisch anmutende Bestellzwang in den Filialen ist nicht ohne Charme: Dadurch wächst die Wahrscheinlichkeit, dass an den Aktionsartikeln interessierte Kunden die Gelegenheit für weitere Spontankäufe in den Filialen nutzen. cam

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