Alain Caparros Rewe-Chef winkt bei übrigen Kaiser's-Tengelmann-Märkten ab

Montag, 23. März 2015
Rewe-Chef Alain Caparros
Rewe-Chef Alain Caparros
Foto: Rewe Group

Bei der umstrittenen Übernahme der Supermärkte von Kaiser's Tengelmann durch Edeka will der Erzrivale Rewe nicht den Steigbügelhalter spielen. Rewe-Chef Alain Caparros erteilte einer möglichen Beteiligung an einem solchen Deal, der Edeka den Zugriff auf etwa drei Viertel der bundesweit 451 Kaiser's-Tengelmann-Märkte sichern könnte, eine Absage.
"Wir werden nicht den Ausputzer spielen, damit Edeka seine Pläne verwirklichen kann", sagte der Chef der Kölner Rewe-Gruppe dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag). In die Auseinandersetzung war in der vergangenen Woche neue Bewegung gekommen. Das Bundeskartellamt hatte am Freitag den Eingang eines neuen Kompromissangebots von Tengelmann und Edeka bestätigt. Ein Sprecher der Behörde sagte, man werde prüfen, inwieweit die Vorschläge die Bedenken der Kartellwächter aufgriffen und Grundlage für weitergehende Verhandlungen seien könnten. Nach früheren Angaben wollen die Bonner Wettbewerbshüter bis zum 7. April entscheiden.

„Wir werden nicht den Ausputzer spielen, damit Edeka seine Pläne verwirklichen kann.“
Alain Caparros
Allerdings ist Rewe nicht der einzige mögliche Kandidat für ein Weiterreichen von Kaiser's-Tengelmann-Märkten an Dritte. So hatte der Lebensmittelhändler Kaufland schon im Februar Interesse an einer Übernahme von Filialen signalisiert. Die Rewe-Gruppe hatte ihrerseits ihr Interesse an den 451 Märkten von Kaiser's-Tengelmann öffentlich bekräftigt. "Rewe würde im Falle einer Übernahme von Kaiser's Tengelmann alle Arbeitsplätze sichern", erklärte Caparros damals.

Medienberichten zufolge bieten die Handelskonzerne Tengelmann und Edeka jetzt an, fast ein Viertel der Kaiser's-Tengelmann-Supermärkte an andere Unternehmen zu verkaufen, um wettbewerbsrechtliche Bedenken in München/Oberbayern und Berlin auszuräumen. Das Kartellamt hatte zuvor Mitte Februar signalisiert, es könnte eine Komplettübernahme durch den größten deutschen Lebensmittelhändler Edeka untersagen.

Die Edeka-Zentrale in Hamburg (Bild: Edeka)
Bild: Edeka

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Kommt es zu einem Übernahme-Verbot, können die Handelskonzerne dies vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf anfechten. Sie könnten auch versuchen, eine Sondererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zu erhalten. Rewe-Chef Caparros äußerte schon jetzt scharfe Kritik: "Es ist eine Riesensauerei, wie Edeka versucht, Herrn Gabriel als Trauzeugen für diese Hochzeit zu gewinnen. So zu tun, als wäre der Marktführer Edeka die letzte Rettung, ist eine Frechheit." dpa
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