"Aktiv.Attraktiv. Anders." Bundeswehr stoppt umstrittene Werbekampagne

Montag, 06. Oktober 2014
Das Blog "Augen Geradeaus!" stellte einen Screenshot der Werbeanzeige online
Das Blog "Augen Geradeaus!" stellte einen Screenshot der Werbeanzeige online
Foto: Bild: Screenshot augengeradeaus.net

Im Rahmen ihrer Rekrutierungskampagne "Aktiv.Attraktiv. Anders." wollte die Bundeswehr eigentlich mehr Frauen für eine Karriere bei den Streitkräften ermuntern. Die darin aufgezeigten Bilder über die Rolle der Frau sorgten jedoch für Kritik. Nun wurde die Kampagne, zu der Printanzeigen und eine Homepage gehörten, vorzeitig gestopt - offizieller Grund ist allerdings ein Programmierfehler.
Dieser wurde sichtbar, wenn man auf Facebook die URL der Kampagnen-Website, die von einer vom Bundesamt für das Personalwesen der Bundeswehr beauftragten Werbeagentur erstellt und erst am Mittwoch freigeschaltet worden war, weiterleitete. In der Voransicht tauchte dann keine Ansicht der Seite auf, sondern eine Werbeanzeige für Saugtücher der Marke "Zewa Wisch & Weg" mit der Unterzeile "So vielfältig wie Sie: Individuelle Karrieremöglichkeiten für Frauen bei der Bundeswehr." Ein entsprechender Screenshot ist nach wie vor bei dem Blog "Augen geradeaus" zu sehen, das am Freitag über die Panne berichtet hatte. Die Kampagne sei daraufhin bereits am Donnerstagnachmittag bis auf weiteres gestoppt worden, wie eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums auf dpa-Nachfrage erklärte. "Sollten sich erste Angaben erhärten, dass ein Programmierfehler der vom Bundesamt beauftragten Agentur Ursache für die irrtümliche Verbreitung des 'Zewa-Bildes' und die sich anschließende rufschädigende Diskussion war, behält sich das Ministerium rechtliche Schritte vor", sagte sie. Wer derzeit die URL der Kampagnenwebsite frauen-in-der-bundeswehr.de eingibt, wird auf die Startseite der Bundeswehr ausgeleitet.

Zuvor hatte sich an der Machart der Kampagne heftige Kritik entzündet. So hieß es bei Spiegel Online etwa, dass die Werbeaktion "vollgestopft mit Klischees über Frauen" sei. Auf den Motiven, die in dem SpOn-Artikel noch zu sehen sind, werden Frauen in Alltagssituationen gezeigt - etwa beim Schuhkauf oder vor dem Kleiderschrank. ire / mit Material von dpa
Meist gelesen
stats