Adidas-Gruppe Herbert Hainer erhöht Marketingausgaben / Entlassungen in der Golfsparte

Donnerstag, 05. November 2015
Adidas-Chef Herbert Hainer
Adidas-Chef Herbert Hainer
Foto: Adidas

In all dem Gewirr um die WM-Affäre zeigt sich Adidas unbeeindruckt und präsentiert starke Geschäftszahlen für die vergangenen neun Monate. So gute, dass der Konzern seine Prognose anhebt und die geplanten Marketinginvestitionen für das restliche vierte Quartal erhöht. Für die Mitarbeiter der Golf-Sparte bedeuten die Geschäftsergebnisse jedoch nichts Gutes: 14 Prozent der Belegschaft werden entlassen.
Im dritten Quartal stiegen die Erlöse um 17,7 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis schoss um 26,5 Prozent auf 505 Millionen Euro in die Höhe. Unterm Strich legte der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn um 10,4 Prozent auf 311 Millionen Euro zu. Der bereinigte Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen - also ohne den Straßenschuh-Hersteller Rockport - werde nun im Gesamtjahr um rund 10 Prozent zulegen. Der Umsatz dürfte währungsbereinigt im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Bislang hatte das Unternehmen mit einem Gewinnzuwachs von 7 bis 10 Prozent und einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet. Voller Optimismus hat CEO-Hainer in diesem Zuge die Erhöhung der geplanten Marketing- und Point-of-Sale-Investitionen im vierten Quartal verkündet. Über den Umfang möchte Adidas auf Nachfrage nichts verraten. Geplant sind jedoch Aktivierungen der neuen Adidas-Partner James Harden (NBA) und Aaron Rodgers (NFL) in den USA, eine neue Basketball-Kampagne sowie der Launch eines neuen Schuhs im Originals-Segment. Außerdem gibt der Konzern im Zuge der DFB-Trikotvorstellung den Startschuss für seine Fußball-Kampagne zur EM 2016.

Für das laufende Jahr soll Adidas ursprünglich 1,8 Milliarden Euro veranschlagt haben. Im Februar hatte Adidas den Startschuss für die bislang größte Kampagne "Sport 15" (Kreation: 180, Los Angeles) gegeben. Der Auftritt wurde im August mit "Create Your Own Game" weitergeführt. Deren Kreation stammt von 72andSunny, die Adidas im März als neue Leadagentur gekürt hatte.

Sparen wird Adidas dagegen bei seiner schwächelnden Golf-Marke TaylorMade. Obwohl der Umsatz im dritten Quartal währungsbereinigt um sechs Prozent gestiegen ist, arbeitet der Konzern weiter an der Neuausrichtung und Straffung der Organisationsstruktur. Weltweit werden 14 Prozent der Belegschaft bis Jahresende ihren Job verlieren. jeb
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