Adidas CEO Hainer redet der Fifa ins Gewissen

Mittwoch, 16. Dezember 2015
Adidas-Chef Herbert Hainer
Adidas-Chef Herbert Hainer
Foto: Adidas

Der Vertrag von Adidas mit der Fifa läuft noch bis 2030. Sollte der Weltfußballverband allerdings weiterhin für Skandale sorgen, will der Sportartikler über Alternativen zu dem Sponsoring nachdenken. Das sagte Adidas-Chef Herbert Hainer dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe).
Der Adidas-Chef lobt in dem Interview zunächst die Reformbemühungen der Fifa wie die Amtszeitbegrenzung für Funktionäre oder die Offenlegung von Gehältern. Auf die Frage, ob er schon einmal darüber nachgedacht hatte, das Fifa-Engagement zu beenden, antwortete Hainer: "Wenn die FIFA es schafft, sich zu reformieren, und da sind sie meines Erachtens auf einem guten Weg, werden wir weiter machen". Andernfalls "werden wir darüber nachdenken, was die Alternativen sind". Dafür sei es allerdings noch zu früh. Fraglich ist, inwieweit Hainer in diesen Prozess, sollte er denn kommen, eingebunden wäre. Der dienstälteste Vorstand eines Dax-Unternehmens wird sein Amt 2017 abgeben. Der Vertrag mit der Fifa wird dann noch 13 Jahre laufen. Die Partnerschaft mit dem Fußball-Weltverband ist ebenso wie das Sponsoring des Deutschen Fußball-Bundes extrem wichtig für die Herzogenauracher, um ihre Position als Top-Fußballmarke in der Welt zu behaupten. Das Kerngeschäft mit Fußball-Ausrüstungen habe sich zuletzt jedenfalls prächtig entwickelt, wie Hainer vor wenigen Tagen erklärte.
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Bild: Coca-Cola

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Dass sich die zahlreichen Korruptionsvorwürfe gegen ehemalige und aktuelle Spitzenfunktionäre der Fifa negativ auf Adidas auswirken, glaubt Hainer indes nicht: "Man kann uns nicht für die verbrecherischen Machenschaften der Fifa-Funktionäre verantwortlich machen. Wir haben alle Verträge durchforstet und ich kann guten Gewissens sagen, dass wir sauber sind." Ähnliches gilt für die Affäre um die angeblich gekaufte Fußball-WM 2006 in Deutschland. Der frühere Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus (verstorben 2009) soll damals einer der Geldgeber gewesen sein. "Wir haben uns nichts vorzuwerfen, wir haben auch alle Verträge mit dem DFB geprüft und prüfen lassen", so Hainer.

Adidas zählt zu den wichtigsten Geldgebern der Fifa. Allerdings übte das Unternehmen im Zuge der Korruptionsvorwürfe nicht so viel Druck auf die Fifa aus wie andere Sponsoren. Im Oktober etwa hatten Coca-Cola, Visa, McDonald's und Budweiser den Rücktritt von Fifa-Präsident Sepp Blatter gefordert. Adidas hatte sich dieser Allianz damals nicht angeschlossen und war dafür kritisiert worden. ire
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