Activision Die Marketingschlacht um den Game Blockbuster Destiny

Montag, 15. September 2014
Der Kurzfilm "Become a lagend" könnte die Vorlage für einen Kinofim liefern
Der Kurzfilm "Become a lagend" könnte die Vorlage für einen Kinofim liefern
Foto: Bild: Unternehmen

Wenn ein Spiel schon "Destiny" heißt, dann ich eigentlich klar, dass hier keine kleine Geschichte erzählt werden soll. Aber in dem Fall des Konsolenshooters von Activision ist die Marketingkampagne zur Einführung von "Destiny" mindestens genau so spannend wie die im Spiel erzählte Geschichte rund um einen Kampf gegen Außerirdische Invasoren. Denn welches Game startet schon mit einem eigenen Parfüm?
Für Activision war es ein Spiel mit einem hohen Einsatz: 500 Millionen US-Dollar investierte der Publisher in die Entwicklung und Vermarktung des Spiels, das am 9. September seine weltweite Premiere feierte. Derzeit sind vor allem die TV-Spots zu sehen, doch wie in der Spielebranche üblich lag ein großer Schwerpunkt auf einer kreativen Pre-Launch-Kommunikation. Den Ankerpunkt bildete hier ein von der Leadagentur 72andsunny kreierte zweiminütiger Live-Kurzfilm, der von dem Science-Fiction-Regisseur Joseph Kosinski gedreht wurde. Kosinski hat sich für den Job mit den Genre-Filmen "Oblivion" und "Tron: Legacy" empfohlen und soll auch bei einer geplanten Filmversion von Destiny auf dem Regiestuhl sitzen. Dazu gibt es die Website destinyplanetview.com, auf der Spielefans die einzelnen Planeten im Spiel über Google Streetview erforschen können.
Mit einem falschen Parfüm wollte Microsoft von der Aufregung zum Launch profitieren
Mit einem falschen Parfüm wollte Microsoft von der Aufregung zum Launch profitieren (Bild: Quelle: Microsoft)
Zusätzliche Pikanz gewann der Launch durch den Wettbewerb der Konsolenplattformen. Activision hat zum Start des Spiels eine Exklusiv-Kooperation mit Sony Playstation geschlossen. Angesichts des zu erwartenden Erfolgs versuchte Microsoft, das das Spiel auch für seine Xbox vermarktet, aber offiziell nicht damit werben darf, mit einer Guerilla-Marketing-Kampagne auf das eigene Angebot hinzuweisen. Microsoft startete eine Website für einen angeblichen Duft namens Destiny. Wer auf diese Seite geht, wurde zunächst darüber informiert, dass Destiny auch für die Xbox erhältlich ist.  Mittlerweile ist - vermutlich nach einer Intervention der Sony-Anwälte - auf Destinyfragrance.com das Bild der Parfümflasche allerdings nicht mehr zu sehen und nur noch allgemein von "großartigen Angeboten für die Xbox" die Rede.

Activision kann der Schlagabtausch der Spielekonsolen nur recht gewesen sein. Wie der Publisher in einer Presseerklärung bekanntgab, sind die 500 Millionen Dollar Entwicklungs- und Marketingkosten schon wieder eingespielt worden - und zwar schon am ersten Tag nach Verkaufsstart. cam
Meist gelesen
stats