Abercrombie & Fitch Modekette will ab Sommer auf "sexualisiertes Marketing" verzichten

Montag, 27. April 2015
Anruf beendet: Die Abercrombie & Fitch-Models bleiben außenvor
Anruf beendet: Die Abercrombie & Fitch-Models bleiben außenvor
Foto: Screenshot Youtube
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Abercrombie & Fitch Co. Mike Jeffries Hollister Co.


Für die Modekette Abercrombie & Fitch hieß es jahrelang "sex sells" - doch nun kündigt das US-amerikanische Unternehmen einen radikalen Wandel an und will ab Juli auf "sexualisiertes Marketing" verzichten. Das bedeutet das Aus für die berühmt-berüchtigen Oben-Ohne-Models in den Filialen und die dazu passenden Werbemittel. Auch für die Tochter Hollister sollen ruhigere Zeiten anbrechen.
Künftig will das Unternehmen, seit dem Abschied von CEO Mike Jeffries im Dezember 2014 ohne permanente Führung, seine Kunden stärker in den Mittelpunkt rücken - und gleichzeitig die eigenen Mitarbeiter aus dem Zentrum der Kommunikation nehmen. "Unser Marketing hat heute einen erheblichen Wandel erfahren. Wir nutzen nun weitgehend farbige Bilder und fokussiern uns darauf, Produkte und Trends zu zeigen", sagte Sprecherin Mackenzie Bruce zu "Adweek". Mit dem Sinneswandel einher geht auch das Ende der berüchtigten "Look Policy": Jahrelang war Abercrombie & Fitch dafür bekannt, seinen Beschäftigten exakte Vorschriften zu machen, wie sie auszusehen haben. Künftig soll es nicht mehr notwendig sein, gut auszusehen, um für A & F zu arbeiten. Ähnliches gilt für die zweite Marke Hollister.

Der Konzern war in den vergangenen Jahren immer weiter in Schieflage geraten, auch wegen eben dieser Bestimmungen. Vor knapp zwei Jahren sah sich Abercrombie & Fitch einem massiven Shitstorm ausgesetzt, nachdem Passagen aus einem alten Interview mit Ex-Chef Jeffries aufgetaucht waren. Darin machte Jeffries deutlich, dass die Unternehmensphilosophie beinhaltet, seine Produkte nur einem schlanken und vermeintlich attraktiveren Kundenstamm zur Verfügung zu stellen. fam
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