APO mit Popo Wie sich die Jungen Liberalen als Opposition inszenieren

Donnerstag, 23. Januar 2014
Das Motiv wurde unter anderem auf der Facebook-Seite der Julis veröffentlicht (Bild: Mediafaktur)
Das Motiv wurde unter anderem auf der Facebook-Seite der Julis veröffentlicht (Bild: Mediafaktur)


Nach ihrer krachenden Niederlage bei der vergangenen Bundestagswahl kämpft die FDP um die Rückkehr zu alter Stärke. Was nicht ganz leicht ist, wenn man nicht einmal mehr im Parlament vertreten ist. Die Jungen Liberalen machen aus der Not eine Tugend: Die Nachwuchsorganisation der Partei inszeniert sich als außerparlamentarische Opposition - und greift dafür auf eine Ikone der 68er-Bewegung zurück. Im Rahmen einer Social-Media-Kampagne veröffentlichten die Julis auf ihrer Facebook-Seite ein Foto, das den kompletten Vorstand mit dem Rücken zur Kamera an einer Wand lehnend zeigt - und zwar vollkommen nackt. Titel: "Wer hätte gedacht, dass wir Liberalen mal die Werte der 68er verteidigen müssen?" Der Satz hat seinen Grund. Denn das Motiv stellt ein berühmtes Bild der legendären Kommune 1 nach, die mit Bewohnern wie Rainer Langhans und Uschi Obermaier zu den prominentesten Vertretern der Studentenbewegung während der 60er Jahre gehörte.

Mit der Kampagne läuten die Jungen Liberalen den Europawahlkampf ein. "Wir Liberalen sind nun die APO. Das haben wir uns zwar nie so gewünscht, werden aber das Beste draus machen", sagt Alexander Hahn, Bundesvorsitzender der Jungliberalen - und kündigt weitere Aktionen an: "Mit provokanten Motiven wollen wir dabei möglichst vielen vermitteln, dass wir Liberale derzeit die einzig ernstzunehmende und die tatsächliche Opposition zu Schwarz-Rot sind."

Konkret geht es den Nachwuchspolitikern um die Erhaltung von "Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Individualität", wie sie auf der Kampagnenwebsite erläutern. ire

Update:

Zwischenzeitlich hat Facebook das Foto gelöscht, wie die Julis auf ihrer Seite schreiben. Mehr dazu hier.
Meist gelesen
stats