AOK DHB-Sponsor befürchtet keine Auswirkungen durch drohenden WM-Blackout

Donnerstag, 04. Dezember 2014
Die AOK und der Deutsche Handball Bund sind seit diesem Jahr Partner
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Foto: AOK
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Ob die Handball Weltmeisterschaft 2015 in Deutschland live zu sehen sein wird, ist immer noch unklar. ARD und ZDF haben einer Übertragung des Turniers eine endgültige Absage erteilt, der letzte verbliebene Kandidat scheint die Internetplattform des Deutschen Olympischen Sportbundes Sportdeutschland.tv zu sein. Die AOK, Hauptsponsor des Deutschen Handball-Bundes (DHB), bleibt dennoch gelassen. Bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte geht man derweil nicht von gravierenden Konsequenzen für den deutschen Handball aus.

Die AOK ist seit diesem Jahr exklusiver DHB-Gesundheitspartner und prangt auf den Trikots der Nationalspieler. Das WM-Turnier in Katar, das die deutsche Mannschaft nur über eine Wildcard erreicht hat, hätte für das Unternehmen einen deutlichen Aufmerksamkeitsschub bedeuten können. Ein Sprecher der Gesundheitskasse bedauert auf Nachfrage von HORIZONT Online zwar den Verzicht von ARD und ZDF. Auswirkungen auf das Sponsoring-Engagement befürchte man jedoch nicht. "Die Zusammenarbeit ist langfristig angesetzt und wurde ja bereits zu einem Zeitpunkt beschlossen, als die Nationalmannschaft noch gar nicht für die WM qualifiziert war. Im Vordergrund der Kooperation steht nicht der Spitzensport, sondern die Förderung der Prävention und des Breitensports auf regionaler Ebene. Das wollen wir gemeinsam mit dem DHB in den nächsten Jahren vorantreiben", so der Sprecher.

ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz
Bild: ZDF / Rico Rossival

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Noch besteht allerdings Hoffnung, dass auch die deutschen Handball-Fans in den Genuss von Bildern aus Katar kommen: Gestern wurde bekannt, dass die DOSB-Tochter Sportdeutschland.tv in Verhandlungen mit den Rechteinhabern über eine mögliche Übertragung per Stream steht. Bei der AOK würde man eine Einigung begrüßen: "Den Deutschen Handballfans wäre es zu wünschen, dass sie live mit unserer Mannschaft mitfiebern können und sich die Berichterstattung nicht nur auf kleine Nachrichtenbeiträge beschränkt. Handball zählt schließlich nach wie vor zu einer der beliebtesten Ballsportarten hierzulande. Noch immer sind die Erinnerungen an den WM-Titel 2007 präsent. Es wäre daher schön, wenn man hier noch eine Lösung finden würde", so die Stellungnahme aus der Berliner AOK-Zentrale.

Bleibt die Frage, welche Konsequenzen ein möglicher Blackout für den deutschen Handball im Allgemeinen und den Ligabetrieb im Besonderen hätte. Dass die Nationalmannschaft sich als Zugpferd für die wirtschaftliche Performance der Liga erweisen kann, habe man etwa die Spielzeit nach dem WM-Titel 2007 bewiesen, sagt Karsten Hollasch, Leiter der Sportbusinessgruppe bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte: "Damals sahen über 16 Millionen TV-Zuschauer den deutschen Finalsieg gegen Polen in der ARD. Gemäß unseres 'Finanzreports deutscher Profisportligen' wurden auch die Gesamtumsätze der DKB Handball-Bundesliga in der darauf folgenden Saison 2007/08 auf ein neues Level gehoben."

„Dass die WM 2015 nun offenbar nicht im Free-TV übertragen wird, ist sicherlich ein hartes Stück Brot für den deutschen Handball. Dem positiven Trend der Liga wird dies unseres Erachtens jedoch keinen Abbruch tun.“
Karsten Hollasch
Auch heuer steht die Liga wieder sehr gut da. Die jüngste Ausgabe des Deloitte-Finanzreports attestiert der Handball-Bundesliga eine Steigerung ihrer Gesamtumsätze um 6 Prozent auf 88,9 Millionen Euro. Eine Delle durch eine eventuelle Nichtübertragung der WM sieht Hollasch jedoch nicht drohen: "Dass die WM 2015 nun offenbar nicht im Free-TV übertragen wird, ist sicherlich ein hartes Stück Brot für den deutschen Handball. Dem positiven Trend der Liga wird dies unseres Erachtens jedoch keinen Abbruch tun."

Zumal der deutsche Handball auf ein ganz spezielles Mega-Event hinarbeiten kann: 2019 findet die Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark statt. Hierauf sollten sich die deutschen Handballmacher konzentrieren, um die Sportart hierzulande so gut wie möglich zu pushen, wie Hollasch glaubt: "In Bezug auf die Nationalmannschaft sollte der mittelfristige Fokus von Verband und Liga weiterhin darauf liegen, bei der WM 2019 in Deutschland und Dänemark eine sportlich konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen und die breite Öffentlichkeit an dem Event teilhaben zu lassen." ire

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