ADAC-Manipulation Weitere Autoschiebereien beim Gelben Engel

Montag, 17. Februar 2014
Die ADAC-Trophäe "Gelber Engel" (Bild: ADAC)
Die ADAC-Trophäe "Gelber Engel" (Bild: ADAC)

Es hatte sich vergangene Woche schon angedeutet, jetzt ist es Fakt. Bei der Leserwahl zum Lieblingsauto der Deutschen ist auch in den vergangenen Jahren beim "Gelben Engel" kräftig manipuliert worden. Deloitte legt heute den zweiten Untersuchungsbericht vor. Danach verkommt die jahrelange hochangesehene Preisverleihung zur reinen Autoschieberei. Nach dem Untersuchungsbericht der IT-Forensik-Spezialisten von Deloitte gab es beim ADAC zwischen 2009 bis 2013 nicht nur Fälschungen bei der Teilnehmerzahl, sondern auch eine Veränderung bei bei der Reihenfolge. "Durch diese bewussten Veränderungen wurde eine größere Markenvielfalt in den Top-5-Ergebnissen erreicht", heißt es beim Automobilclub in einer ersten Erklärung. So landete beispielsweise im Jahr 2013 der 1er BMW auf dem zweiten Platz. Wäre die Auswertung korrekt gewesen, hätte die Silbermedaille aber an den Audi A6 gehen müssen. Im Jahr 2010 siegte dafür die Mercedes E-Klasse offiziell. Tatsächlich waren die Stuttgarter in der Leserwahl aber auf Platz 4 gefahren.

"Die Ergebnisse lassen vermuten, dass einzelne Personen offenbar bereits seit Jahren bei der Preisverleihung die Hersteller und die Öffentlichkeit systematisch getäuscht haben", sagte Karl Obermair, Vorsitzender der ADAC Geschäftsführung. "Wenn wir unsere Glaubwürdigkeit wiederherstellen wollen, müssen wir für die vergangenen Jahre alle Preiskategorien so umfassend wie möglich auf Manipulationen untersuchen und die Ergebnisse veröffentlichen."

Für die Jahre 2005 bis 2008 konnte Deloitte hingegen keine abschließende Prüfung mehr vornehmen, da für diese Jahre keine ausreichende Datengrundlage mehr vorhanden war, um valide Ergebnisse gewährleisten zu können. Der ADAC bekräftigt bei der Präsentation der Ergebnisse erneut sein Vorhaben, rechtliche Schritte gegen Ex-Kommunikationschef Michael Ramstetter einzuleiten. Zumal die Deloitte-Analysen noch nicht abgeschlossen sind. Nächste Woche veröffentlichen die Prüfer die nächste Untersuchung - diesmal zu den übrigen Kategorien des "Gelben Engel". mir
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