ADAC-Affäre VW will nicht mit dem Gelben Engel werben

Dienstag, 21. Januar 2014
VW-Chef Martin Winterkorn mit dem Gelben Engel für den VW Golf (Bild: ADAC)
VW-Chef Martin Winterkorn mit dem Gelben Engel für den VW Golf (Bild: ADAC)


Nachdem der ADAC Manipulationen beim Automobilpreis Gelber Engel zugegeben hat, will Volkswagen Konsequenzen ziehen. Das Golf-Modell des Wolfsburger Autokonzerns war bei der Abstimmung zum Lieblingsauto der Deutschen gewählt worden, allerdings mit wesentlich weniger Stimmen, als zunächst angegeben. Man wolle nicht mit der Auszeichnung werben, erklärte VW nun - und auch eine Rückgabe des Preises scheint im Bereich des Möglichen. "Wir müssen jetzt sehen, wie wir mit dem Preis umgehen", so ein VW-Sprecher laut "Süddeutscher Zeitung". Fest stehe bereits, dass nicht wie üblich mit dem Preis geworben werde. Entsprechende Anzeigenpläne seien zurückgezogen worden, wie die "SZ" und Bild.de übereinstimmend berichten. Und sogar über die Rückgabe des Preises wird nachgedacht: Die Entscheidung darüber bleibt dem Konzernsprecher zufolge erst einmal offen.

Maßgeblich für das weitere Vorgehen von VW wird sein, wie der ADAC den Fall jetzt weiter angeht. Man erwarte von dem Verband eine gründliche Aufklärung - und offenbar weitere Konsequenzen: Der Club werde um eine "Umstrukturierung nicht herumkommen", so der VW-Sprecher zur "SZ". Ähnliche Töne kommen von BMW, dem Gewinner in der Kategorie "Marke" beim Gelben Engel: "Wir begrüßen die angekündigte lückenlose Aufklärung", zitiert Bild.de einen BMW-Sprecher. Allerdings müsse nun abgewartet werden, bis alle Fakten vorlägen.

ADAC-Präsident Peter Meyer betonte unterdessen, dass er von den Machenschaften seines Kommunikationschefs Michael Ramstetter, der die Manipulationen beim Gelben Engel eingeräumt hatte und anschließend zurücktrat, nichts gewusst habe: "Wir hatten zu keinem Zeitpunkt auch nur den geringsten Anlass, an ihm und seiner Arbeit zu zweifeln", so Meyer zur "Bild". Seinen eigenen Rücktritt schließt der Verbandschef indes aus: "Wenn der Wind von vorne kommt, muss man das auch mal aushalten können. In diesem Fall bin ich auch der Garant für die Aufklärung in der Sache." ire
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