Coldplay Street Gig Wie die Telekom für ein Live-Marketing-Event der Extraklasse sorgt

Mittwoch, 09. Dezember 2015
Der Street Gig mit Coldplay fand in Offenbach statt
Der Street Gig mit Coldplay fand in Offenbach statt
Foto: Telekom

Werbepausen im TV werden von den Zuschauern allzu gerne für den Gang zum Kühlschrank oder zur Toilette genutzt. Gestern Abend dürfte das etwas anders gewesen sein. Grund waren die Bilder vom Coldplay-Konzert im Offenbacher Capitol. Die Deutsche Telekom, die die britische Kultband im Rahmen ihrer Street-Gigs-Reihe präsentierte, nutzte das Spektakel einmal mehr für einen aufmerkamkeitsstarken Live-Marketing-Stunt. 
Wer gestern Abend zur Primetime fernschaute, dürfte wohl kaum an dem Coldplay-Konzert vorbeigekommen sein. Als Frontman Chris Martin exakt um 20:13 Uhr die aktuelle Single „Adventure Of A Lifetime“ anstimmte, wurde dies zeitgleich auf acht der reichweitenstärksten deutschen Sender via Livespots übertragen (Planung und Einkauf: Mediacom). Zuvor hatte die Telekom, die bei der Aktion mit Stammbetreuer DDB und der Produktionsfirma 2 Bild zusammenarbeitete, bereits ab 18:30 Uhr mit Live-Schaltungen auf zehn Sendern auf das Event - und das Angebot, das Konzert kostenlos per Livestream auf Facebook, Twitter und Youtube zu verfolgen - aufmerksam gemacht. Laut Unternehmensangaben waren über die Live-Spots, die Clara Heins aus der Testimonial-Familie Heins zusammen mit Schauspieler Thore Schölermann moderierte, 12 Millionen Zuschauer von den großen TV-Stationen beim Coldplay-Konzert zugeschaltet.
Die Band stellte sich auch für ein Google-Hangout zur Verfügung
Die Band stellte sich auch für ein Google-Hangout zur Verfügung (Bild: Telekom)
Philipp Friedel, Leiter Marktkommunikation Telekom Deutschland, glaubt, dass sich die Telekom mit dem Live-Event im ewigen Wettstreit mit Vodafone ums beste Netz einen Vorteil verschafft hat. „Gemeinsam mit Coldplay ist es der Telekom gelungen, ein Live-Ereignis zu schaffen, das ganz Deutschland digital begeistert", sagt Friedel. Die Coldplay-Fans hätten nicht nur den HD-Livestream verfolgt, sondern dies auch fleißig kommentiert und geteilt. „Eine Interaktivität ganz im Sinne unseres Markenversprechens 'Erleben, was verbindet'“, so Friedel.
Für Coldplay-Sänger Chris Martin und seine Jungs war das Konzert sicher auch ungewohnt. Und zwar nicht nur, weil Coldplay normalerweise vor deutlich mehr Zuschauern spielt als vor den gerade einmal 1200 Fans, die dem exklusiven Gig in Offenbach beiwohnen durften. Sondern auch weil das Telekom-Logo auf der Bühne sehr präsent war und die Unternehmensfarbe Magenta auch bei der Lichtshow gefühlt überproportional häufig vorkam. Der Umstand, dass die Telekom das Konzert einem Massenpublikum übers Internet zugänglich machte, kam bei Coldplay freilich gut an. „Es war aufregend und ein riesiger Spaß zugleich, unsere neuen Songs ganz Deutschland in diesem besonderen Ambiente präsentieren zu können“, sagt Sänger Chris Martin.

Die Telekom hat schon öfter mit Live-Marketing auf sich aufmerksam gemacht. So produzierte der Konzern mit seiner Stammagentur DDB etwa Spots vom Kölner Karneval, die noch am selben Abend im TV liefen. Anders als die Spots vom Coldplay-Konzert handelte es sich damals aber nicht um eine echte Live-Schaltung, sondern um einen am selben Tag produzierten Spot.

Die wohl bekanntesten Live-Marketing-Spots haben bisher Sky und Media-Markt produziert. Sky hatte 2013 mit seiner Agentur Serviceplan Campaign in einem Pro-Sieben-Werbeblock live zum Spiel Arsenal London gegen den FC Bayern geschaltet. Wie es der Zufall wollte, schoss Lukas Podolski ausgerechnet während der Einspielung ein Tor. Media-Markt hatte mit seinem live ausgestrahlen Osterhasen-Rasen für Furore gesorgt. Der Auftritt gewann zahlreiche Preise, unter anderem einen Grand Prix beim Eurobestmas
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