30 Jahre nach Apple Anwalt schreibt mit Hammerwurf in Super-Bowl-Spot erneut Werbegeschichte

Freitag, 07. Februar 2014
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Der Hammerwurf in Apple's Super-Bowl-Spot "1984" gehört zu den großen Momenten der Werbegeschichte. 30 Jahre später griff nun der Schadensersatz-Anwalt Jamie Casino in einem lokalen Super-Bowl-Spot erneut zum Hammer und lieferte, ohne es eigentlich zu wollen, einen ganz großen kreativen Wurf, der sich aktuell in den sozialen Netzwerken rasant verbreitet. Doch die Story hinter dem aberwitzigen Zwei-Minüter ist sogar noch unglaublicher als der Spot selbst.
In Deutschland, wo Advocard die kreative Benchmark für juristische Werbung liefert, wäre ein derartiger Auftritt für einen zugelassen Anwalt schlicht nicht vorstellbar. In seinem lokalen Super-Bowl-Spot erzählt der im US-Bundestaat Georgia praktizierende Anwalt Jamie Casino, weshalb er sich entschlossen hat, sich auf Schadensersatz-Fälle zu spezialisieren. Der Film, den Casino selbst "als Mischung aus Actionfilmtrailer und Rockvideo" beschreibt, geizt nicht mit Spezialeffekten und markiger Inszenierung. Das eigentlich aberwitzige an der Inszenierung ist allerdings, dass sich die hollywoodtaugliche Inszenierung der Handlung an realen Erlebnissen in Casinos Leben orientiert.

Wie die "New York Daily News" berichtet, starb Michael Biancosino, der Bruder des Anwalts, vor zwei Jahren in einer Schießerei. Der örtliche Polizeichef kommentierte anschließend in einer öffentlichen Stellungnahme, dass es in dieser Nacht "keine unschuldigen Opfer gegeben habe". Aus Casinos Sicht eine grobe Rufschädigung und Beleidigung der trauernden Angehörigen und für ihn der Grund, sich beruflich künftig auf Schadenersatzklagen zu konzentrieren.

Vielleicht besonders überraschend für die großen Werbungtreibenden: An der Gestaltung des Werbespots war keine Agentur beteiligt. Casino dreht das nötige Material mit eigener Kamera und eigener Crew in nur drei Tagen. Von der jetzt immer größeren Resonanz in den sozialen Netzwerken ist der Anwalt, der die Facebook-Seite seiner Kanzlei von seiner Frau betreuen lässt, selbst am meisten überrascht: "Ich habe schon davon gehört, dass Videos viral werden. Aber ich habe immer gedacht, dass man dafür Leute bezahlen muss, um das zu erreichen." cam
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