25 Jahre Mauerfall Die Marken der Anderen

Freitag, 07. November 2014
Mit dem Fall der Berliner Mauer eroberten viele West-Marken den Osten - und umgekehrt
Mit dem Fall der Berliner Mauer eroberten viele West-Marken den Osten - und umgekehrt
Foto: Fotolia/Maridav

Fast auf den Tag genau vor 25 Jahren, am 9. November 1989, schrieben die Deutschen Geschichte. Friedlich. Ein historischer Moment mit vielen Emotionen, Erinnerungen und Ereignissen. Und der ersten Begegnung mit vielen neuen Marken.
Plötzlich lernten die Westdeutschen Marken der Anderen kennen: Orwo-Filme, das Deo Trivi D, die Margarine Sonja oder das Abführmittel Regulax beispielsweise. Es blieb es eine flüchtige Begegnung. Viele Marken der DDR verschwanden im Laufe der Zeit, manche blieben und wenige erhielten so etwas wie Kultstatus - der Trabi gehört dazu. Trotzdem gibt es diese Erfolgsgeschichten. Neben Rotkäppchen haben sich im Laufe der Jahre vor allem Radeberger und Hasseröder als nationale Marken etabliert. Köstritzer, Leckermäulchen oder Tillman’s sind auf dem Weg dahin. Das hat gerade die fünfte West-Ost-Markenstudie herausgefunden, die von der MDR-Werbung und dem IMK Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung erstellt wird.

Für die meisten gilt jedoch nach wie vor eines: "Viele besitzen eine ausgeprägte Stärke im gesamten Osten. Hierzu zählen etwa Bautz'ner, Nudossi, Filinchen, Halloren und Fit", sagt Sören Schiller, Geschäftsführer des IMK. Manche sind sogar nur in einem Bundesland stark wie Osterland, Viba, Schloß Wackerbarth und Born. Und das ist sind die Top 10 der bekanntesten Marken mit ostdeutschen Wurzeln:
Rotkäppchen Sekt ist eines der positiven Wende-Märchen. Die Marke ist heute Marktführer und erzielt im Osten eine Bekanntheit von 93 Prozent. Das ist kaum mehr zu toppen. Laut der West-Ost-Studie kommt die Marke aus Freyburg/Unstrut im Westen auf eine Bekanntheit von 85 Prozent.
Die Cola des Ostens stand 1958 erstmals in den Regalen der Läden. Heute ist Vita Cola mit 89 Prozent immer noch die zweitbekannteste Marke im Osten. Davon ist sie im Westen weit entfernt. Hier schafft sie es nicht unter die Top 10.
Der Marktführer im deutschen Biermarkt hat ein einprägsames Key Visual: die Semper Oper. Radeberger gehört zu den Konstanten in den Werbeblöcken. Die Folge: Die Bekanntheit liegt im Osten bei 88 Prozent, im Westen bei 79 Prozent. 
Noch ein Bier. Hasseröder mit Sitz in Wernigerode gehört seit 2008 zum Biermarkenreich von Anheuser-Busch Inbev. War der Gestensaft einst nur im Raum Magdeburg zu bekommen, wird er heute national vertrieben. Markenbekanntheit im Osten 85 Prozent, im Westen 72 Prozent.
Hat sich im Westen auch einen Namen erstrichen: Bautz'ner Senf
Hat sich im Westen auch einen Namen erstrichen: Bautz'ner Senf (Bild: Bautz'ner )
Senf ist eine regionale Angelegenheit. Dafür steht auch Bautz'ner. Allerdings schafft es die Senfmarke sich auch im Westen eine gewissen Bekanntheit zu erarbeiten. Mittlerweile kennen hier 43 Prozent die Marke. Im Osten sind es aber nach wie vor 85 Prozent.
Wernesgrüner, gehört zur Bitburger Braugruppe, belegt im Osten bei der Bekanntheit der ostdeutschen Biermarken mit 83 Prozent den dritten Platz. Im Westen schafft die Marke dank ihrer TV-Werbung immerhin 52 Prozent.  
Johann Wolfgang von Goethe soll sich eine zeitlang nur von Köstritzer Bier ernährt haben. 1543 wird die Brauerei das erste Mal erwähnt, sie gehört damit zu den ältesten Gerstensaftherstellern in Deutschland und ist heute Teil der Bitburger Braugruppe. Markenbekanntheit im Osten: 83 Prozent, im Westen bei 67 Prozent.
Die Körperpflegemarke Florena gehört seit 2002 zum Beiersdorf-Konzern. 2007 erfolgt die Neupositionierung mit der Konzentration auf natürliche Inhaltsstoffe. Im Osten kommt die Marke heute auf eine Bekanntheit von 82 Prozent. Im Westen ist die Marke 40 Prozent ein Begriff.
Mit der Wende verschwand 1989 Leckermäulchen zunächst. 1995 feierte die Marke ihr Comeback. 2007 folgte die erste TV-Kampagne für das Produkt, dessen Bekanntheit zwischen 82 Prozent (Ost) und 54 Prozent (West) schwankt.
Der Fuchs geht um. Zumindest bei Henkel. Seit 1990 gehört die Waschmittelmarke mit dem cleveren Tierchen als Key Visual wieder zum Düsseldorfer Konsumgüterriese, der Spee bereits 1921 entwickelt hatte. Trotzdem ist die Markenbekanntheit im Osten mit 81 Prozent deutlich höher im Westen (47 Prozent). mir
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