Überraschende Wende im Deal um Rolls-Royce

Dienstag, 28. Juli 1998

Nachdem VW das Rennen um den Erwerb der britischen Nobelmarke gemacht zu haben schien, verzichtetder Konzern nun auf die Namensrechte – die erhält BMW für 40 Millionen britische Pfund. Für die Integration der imagestarken Kühlerfigur Emily in den VW-Konzern hatte Konzernchef Piech 1,44 Milliarden Mark hingelegt, BMW aus dem Rennen geworfen und die Schlagzeilen auf seiner Seite. Doch nun mußsich Volkswagen mit der Rolls-Schwestermarke Bentley zufrieden geben. Die Nutzung der Namensrechte, die schon vor dem Pokern um die Edelmarke bei BMW lagen, und der Motoren-Liefervertrag von BMW mit dem Vickers-Konzern waren offenbar die Pferdefüße des VW-Deals mit den Briten. Am Ende ist nun doch der BMW-Konzern der Gewinner. Bis 2002 darf VW über den Namen Rolls-Royce verfügen, bleibt auch der zwischenzeitlich gekündigte Motoren-Liefervertrag durch BMW bestehen, doch dann wird aus der Rolls-Royce Motor Cars Ltd. die Bentley Motor Cars Ltd. BMW übernimmt Namen und Vertrieb einer neu zugründenden Rolls-Royce Motor Cars. Im Werk Crewe sollen dann weitere Rolls-Royce-Fahrzeuge selbst hergestellt werden. Er habe immer betont, wie gut Rolls-Royce ins Markenportfolio des Konzerns passe, sagte BMW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder. "Um so mehr freuen wir uns darauf, diese Marke im Sinne ihrer Tradition und mit technisch höchstwertigen Produkten in die Zukunft zu führen. Wir sindder Überzeugung, damit die richtigen Schritte für alle Beteiligten eingeleitet zu haben – bei uns und in Großbritannien."
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