Österreich will die Ampel für Models

Freitag, 11. Januar 2013
Schon 2007 machte das italienische Modelabel Nolita auf das Krankheitsbild Magersucht aufmerksam
Schon 2007 machte das italienische Modelabel Nolita auf das Krankheitsbild Magersucht aufmerksam

Dürre Models haben seit Jahresbeginn in Israel wenig Chancen auf Beschäftigung. Ein Gesetz verbannt magere Frauen aus der Werbung. Das findet Österreichs Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gut. Wenn es nach ihr geht, nimmt sich Österreich, wenn nicht gar die Europäische Union Israel zum Vorbild. Heinisch-Hosek will ein Ampelsystem für retuschierte Werbefotos einführen. Auch dabei orientiert sich die Ministerin an Israel. Dort gibt es eine Kennzeichnungspflicht für Fotos mit Models, die am Bildschirm digital verändert und dünner gemacht wurden. Medienberichten zufolge ist die Ministerin schon seit einiger Zeit dabei, ein entsprechendes Bildbearbeitungsgesetz voranzutreiben. Ein Entwurf liege aber noch nicht vor. Ihrer Vorstellung nach soll es künftig eine Art Ampel geben, die dem Betrachter anzeigt, inwieweit das Motiv verändert wurde. Gelb etwa könnte bedeuten, dass die Gestalter Teile des Gesichts retuschiert haben.

Wie es heißt, habe sich Heinisch-Hosek bereits mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments über ihren Vorstoß ausgetauscht. Ein nächster Schritt wäre, dass sich die Ministerin an die Europäische Kommission wendet. Hinter den Vorschlägen steht ihre Überlegung, dass Plakate und Anzeigen, aber auch magere Models auf dem Laufsteg ein falsches Schönheitsideal unter jungen Frauen verbreiteten und zu Essstörungen führten. Die Ministerin schließt deshalb nicht aus, wie in Israel, konkrete Mindestmaße für Models festzulegen.

Israelische Vorführdamen müssen einen medizinischen Bericht vorlegen, der nachweist, dass sie den UN-Standards zufolge nicht unterernährt sind. Maßstab ist der Body Mass Index zur Relation von Körpergewicht und -größe. fo
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