Ölpest: BP schmiert beim Image ab

Dienstag, 04. Mai 2010
Ölplattform von BP im Golf von Mexiko (Foto: BP)
Ölplattform von BP im Golf von Mexiko (Foto: BP)

Die Ölpest im Golf von Mexiko könnte für den Mineralölkonzern BP auch zu einem Image-Desaster werden. Nach der Bohrinsel-Explosion am 22. April kassiert das Unternehmen in den USA, Großbritannien und Deutschland schlechte Umfragewerte. Im BrandIndex der Kölner Markenanalysten von YouGov Psychonomics schmiert BP in den USA beim Imagewert um 38 Prozent auf 24,5 Punkte ab. In Großbritannien fällt der Absturz mit 42 Prozent auf  9,6 BrandIndex-Punkte noch dramatischer aus. In Deutschland war das Ansehen vor der Öl-Katastrophe mit einem Index-Wert von -1,6 Punkten ohnehin nicht hoch. Jetzt verlor BP weitere 17,7 Punkte und liegt nun bei einem Wert von Minus 19,1. Von dem Einbruch bei den Imagewerten ist laut YouGovPsychonomics die BP-Tankstellenkette Aral in Deutschland allerdings nicht betroffen.

"Eine solche Katastrophe hat drastische Auswirkung auf die Marke. Und zwar über Jahrzehnte", sagt Frank Behrendt, Chef der größten deutschen Public-Relations-Agentur Ketchum Pleon gegenüber der FTD: "Wie groß der Imageschaden für BP wird, hängt davon ab, wie sie jetzt mit der Situation umgehen." Das Unternehmen dürfe die Schuld an dem Unglück nicht an den Bohrinselbetreiber Transocean abschieben, sondern müsse selbst Verantwortung übernehmen. Am Freitag hatte BP-Chef Tony Hayward eingelenkt und angekündigt, BP übernehme die "volle Verantwortung" und akzeptiere legitime Schadensersatzforderungen.

Gleichwohl bleibt abzuwarten, ob und wie sich das Krisenmanagement auf den Markenwert auswirkt. In der vergangenen Woche kam BP erstmals im Millward Brown Ranking der wertvollsten Marken der Welt unter die Top 100. Im BrandZ-Index liegt BP mit einem Wert von 17,28 Milliarden US-Dollar auf Platz 34. mir/dh
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