Zwei Drittel aller Marken sind überflüssig

Mittwoch, 13. Oktober 2010
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Nur 33 Prozent aller Marken sind für die Konsumenten weltweit bedeutsam. Zu diesem Ergebnis kommt die zweite internationale Marktstudie "Brands Sustainable Futures 2010" des Medianetworks MPG. Derzufolge würde es die große Mehrheit der Verbraucher nicht besonders kümmern, wenn zwei Drittel der globalen Marken in der nächsten Zeit vom Markt verschwinden würden. Dieses Kernergebnis und weitere Erkenntnisse über die Haltung der Verbraucher gegenüber Markenprodukten erbrachte eine Online-Befragung von 30000 Konsumenten in neun Ländern auf vier Kontinenten. Dabei handelte es sich um die Märkte in: Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Mexiko, Spanien, Großbritannien und den USA. Die Umfragteilnehmer wurden von Mitte März bis Mitte April zu 150 Marken aus zehn verschiedenen Branchen befragt.

Die MPG-Studie brachte zu Tage, dass es für Marken einen starken Zusammenhang gibt zwischen ihrer Sinnhaftigkeit gibt und wie ihre nachhaltige Performance wahrgenommen wird. Die Studie, die dieses Jahr zum zweiten Mal von der Havas-Tochter MPG durchgeführt wurde, zeigt zudem, dass soziale Aspekte und Nachhaltigkeit noch immer die wichtigsten Anliegen der weltweiten Konsumenten sind.

80 Prozent der Befragten erwarten von den Konzernen, dass sie verantwortungsvoll handeln. Ein steigender Anteil von inzwischen 76 Prozent (2009: 70 Prozent) findet zudem, dass die Unternehmen die Verantwortung für soziale und Umweltangelegenheiten tragen und nicht die staatlichen Regierungen.

Immerhin glauben aber noch 29 Prozent der befragten Verbraucher daran, dass sich die Unternehmen um die Nachhaltigkeit ihrer Produkte bemühen. Ihnen steht allerdings eine zusehends größer und skeptischer werdende Mehrheit von 68 Prozent gegenüber (2009: 64 Prozent), die glaubt, dass die Konzerne nur verantwortungsbewusst agieren, um ihr Image zu verbessern.

Hierbei zeigt die MPG-Studie allerdings auch eine Diskrepanz bei den Konsumenten auf. Obwohl 86 Prozent von ihnen nachhaltige Aspekte in Betracht ziehen, spielen sie für mehr als die Hälfte dann aber doch keine Rolle mehr bei Einkauf. In den westeuropäischen Ländern stellt der Preis von nachhaltig produzierten Waren das größte Hindernis dar. In Spanien und den schnell wachsenden Märkten Chinas, Brasiliens, Mexikos und Indiens fehlen den Konsumenten wiederum ausführliche Produktinformationen.

Um die Marktdaten für werbungtreibende Unternehmen vergleichbar zu machen, hat MPG einen so genannten Brand Sustainable Futures Quotient (BSF Quotient) in die Studie integriert. Je höher dieser Quotient ist, desto besser steht die Marke da. In der aktuellen Studie von 2010 erreichte Ikea den höchsten Wert. Im Vergleich zum Vorjahr sind aber vor allem Volkswagen, BMW, L'Oréal, BBVA, Reckitt Benckiser und Carrefour in der Gunst der Verbraucher gestiegen. ejej
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