Zinedine Zidane steht im Mittelpunkt eines Markenrechtsstreits

Mittwoch, 08. August 2001

Das spanische Unternehmen Rioja Fundación 2000 hat sich die Marke Zinedine Zidane beim spanischen Patent- und Markenamt bis 2010 schützen lassen. Nun droht ein Rechtsstreit mit dem spanischen Fußballclub Real Madrid, der den Weltfußballer Zinedine Zidane im Juli für rund 150 Millionen Mark von Juventus Turin gekauft hat. Real Madrid sieht der Sache gelassen entgegen. "Das Unternehmen verletzt das Gesetz über Markenrechte, indem es in die in der Verfassung garantierten Rechte über den eigenen Namen eingreift", erklären die "Königlichen".

So sei in Artikel 13b des spanischen Markengesetzes festgelegt, dass keine Marke geschützt werden könne, die die Öffentlichkeit mit einer anderen Person als dem Antragssteller identifiziert. Ausnahme: Der Antragsteller wurde von der Person autorisiert. Entsprechend will Real Madrid bei der Vermarktung von Zinedine Zidane keine Abstriche machen. "Nur Zinedine Zidane oder von ihm autorisierte Parteien sind berechtigt, das wirtschaftliche Potenzial der Marke Zidane zu nutzen", stellt Real Madrid klar.

Dem spanischen Rundfunk hatte Javier de Goni, Anwalt von Rioja Fundación 2000, gestern gesagt: "Wir können jetzt alle Marketingmaßnahmen von Real in Zusammenhang mit Zidane stoppen lassen." Für die Vermarktung von Zidane sieht die spanische Sport-Tageszeitung "Marca" großes Potenzial. Sie schätzt, dass Real Madrid allein mit dem Verkauf von 500.000 Zidane-Hemden zum Preis von 130 Mark rund 65 Millionen Mark umsetzen kann.

Der spanische Fußballclub, der im vergangenen Jahr einen Schuldenberg von rund 500 Millionen Mark hatte und zurzeit einer Finanzaffäre aus der Ära des Ex-Präsidenten Lorenzo Sanz nachgeht, hat rechtliche Schritte gegen Rioja Fundación 2000 angekündigt.
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