Zalando zieht nach Verlusten die Werbebremse

Donnerstag, 16. Februar 2012
Die Imagespots von Zalando wurden seit Januar durch Abverkaufsspots ersetzt
Die Imagespots von Zalando wurden seit Januar durch Abverkaufsspots ersetzt

Der Umsatz des Online-Shops Zalando wächst rasant. Aber die Verluste wachsen noch schneller. Der mit brachialer Werbeunterstützung gepushte Shop der Samwer-Brüder meldete gerade für 2010 ein Minus von rund 20 Millionen Euro. Das hat jetzt auch Konsequenzen für die werbliche Präsenz des hippen Internet-Ladens. Immerhin hat Zalando im ersten Halbjahr 2011 einen Netto-Umsatz von 200 Millionen Euro erreicht, gegenüber einem Gesamtjahresumsatz in 2010 von 159 Millionen Euro. Das meldet die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, die an Zalando beteiligt ist. Operativ schreibt Zalando aber auch 2011 weiter Verluste. Grund seien das starke Wachstum und die Expansion.

Neben hohen Retourenkosten schlagen auch die Werbespendings erheblich zu Buche, schreibt etailment.de. Die monatlichen Bruttowerbespendings lagen 2011 regelmäßig im zweistelligen Millionenbereich. Zalando hat inzwischen reagiert. Mit rund 5 Millionen Euro brutto lagen die Spendings im Januar gut 50 Prozent unter den Ausgaben des Vorjahres.

Weiteres Anzeichen für den Sparkurs: Die von Jung von Matt/Fleet, Hamburg, entwickelten Imagespots, mit denen Zalando in den letzten Jahren auch kreative Ausrufezeichen setzte, sind seit Ende 2011 nicht mehr geschaltet worden. Stattdessen sind nur noch 10-sekündige Abverkaufsspots zu sehen, die auf eine Sales-Aktion von Zalando mit bis zu 50 Prozent Rabatt hinweisen. ork

Mehr zur Entwicklung bei Zalando im E-Commerce-Blog etailment.de
Meist gelesen
stats