ZAW legt Papier zu Werbung und Kindern vor

Dienstag, 24. März 1998

Die Kinderkriminalität in Deutschland hat mit mehr als 143.000 Tatverdächtigen im Alter unter 14 Jahren einen neuen Höchststand erreicht. Dies behauptet das Kinderhilfswerk. Und nennt auch gleich den wichtigsten Verursacher dieser Rekordzahl – die Werbung. Als "Fiktion" und "Manipulation der Presse" wies der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW diese Vorwürfe zurück. In einem Faktenpapier nahm der Verband anläßlich einer öffentlichen Anhörung der Kinderkommission des Deutschen Bundestags mit einem Faktenpapier zu den Vorwürfen Stellung. So habe etwa der Chef des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, von einer "aberwitzigen Fehlinformation des Kinderhilfswerkes" gesprochen, das Bundesjustizministerium habe vor einer "Panikmache" gewarnt. Darüber hinaus lägen "eindeutige wisenschaftliche Erkenntnisse" vor, die bewiesen, daß sich zumLebensalter von 14 Jahren eine kritische Distanz zur Werbung entwickle. Am Zeitbudget des einzelnen Kindes von 780 Minuten pro Tag habe Werbefernsehen lediglich einen Anteil von 11 Minuten. Von hemmungslosem Konsum durch die Einwirkung von Werbung könne bei Kindern grundsätzlich nicht die Rede sein, sondern üblicherweise nur dort, wo soziale Vernachlässigung oder andere Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Armut Ersatzhandlungen provozierten, nannte ZAW-Sprecher Volker Nickel die aus seiner Sicht entscheidenden Gründe für ein mögliches Fehlverhalten von Kindern und Jugendlichen.
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