ZAW-Stellenstatistik: Agenturen schließen Lücken durch Praktikanten

Donnerstag, 05. Februar 2009
Stellenangebote für Werbeberufe (zum Vergrößern bitte Klicken)
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Die alljährliche Stellenstatistik des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), die am heutigen Donnerstag offiziell erscheint, zeigt einen deutlichen Trend: Im Vergleich zu 2007 suchten Agenturen, Medien und werbungtreibende Unternehmen fast 50 Prozent mehr Praktikanten. Die Arbeitslosenzahl in der Kommunikationsbranche ist zwar relativ stabil geblieben (minus 0,1 Prozent), gleichzeitig sind aber Angebote für Fachkräfte zurückgegangen: beispielsweise in der Werbeproduktion um 45 Prozent. Agenturen, so zeigt die Statistik, haben 2008 ein Fünftel weniger Jobs für Mediaexperten ausgeschrieben. Auch Kontakter wurden hier weniger nachgefragt (minus 18 Prozent).

Angesichts der stetig neuen Meldungen über Zusammenlegungen von Redaktionen, wie beispielsweise bei der Gruner + Jahr Wirtschaftspresse in Hamburg, kritisiert Martin Dieckmann, bei der Gewerkschaft Verdi für den Medienbereich Nord zuständig, die Praxis der Redaktionen: „Der Rationalisierungsprozess bringt Aufwind für alle Formen von prekären Beschäftigungsverhältnissen". ZAW-Sprecher Volker Nickel wehrt sich hingegen gegen die Vorwürfe: „Es ist absurd, zu glauben, dass qualifizierte Fachkräfte durch Praktikanten ersetzt würden."

Die wirtschaftlichen Prognosen lassen vermuten, dass der Stellenmarkt 2009 weiter einbrechen wird: Der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger (BDZV) geht beispielsweise für die erste Jahreshälfte 2009 von einem Anzeigenrückgang von 10 bis 15 Prozent aus, so Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. „Es ist jedoch möglich, dass sich die Situation nach dem Sommer wieder erholt", hofft er dennoch. „Ich bin mir sicher, dass wir 2009 keinen Silberstreif am Horizont sehen werden", sagt dagegen Lothar S. Leonhard, Chairman bei Ogilvy. „Man wird auch weiterhin versuchen, Neueinstellungen zu vermeiden - das gilt für das ganze Jahr." Der Einstellungsstopp, den die Ogilvy-Mutter WPP im Herbst vergangenen Jahres angeordnet hat, gelte nach wie vor. Er wisse sogar „aus sicherer Quelle, dass andere Agenturen im Stillen bereits Entlassungen vornehmen". np

Alle Ergebnisse der ZAW-Stellenstatistik finden Sie in der HORIZONT-Ausgabe 6/2009, die am Donnerstag dieser Woche erscheint.
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