ZAW: EU-Verzicht auf Alkohol-Werbeverbot ist kein Anlass zur Entwarnung

Dienstag, 24. Oktober 2006
EU-Kommissar Markos Kyprianou fordert kein Verbot für Alkoholwerbung
EU-Kommissar Markos Kyprianou fordert kein Verbot für Alkoholwerbung

Nach zweimaliger Änderung ist am heutigen Dienstag die offizielle Mitteilung des EU-Verbraucherschutzkommissars Markos Kyprianou zum Thema Alkoholmissbrauch erschienen. Sie soll von der EU-Kommission offiziell angenommen werden. Darin verzichtet Kyprianou auf die Forderung nach Werbeverboten für Alkohol. Vielmehr wird auf selbstregulatorische Aktivitäten von Unternehmen und Verbänden verwiesen. Allerdings soll die Alkoholwerbung unter genauer Beobachtung stehen. Die Mitteilung, die keinen Gesetzesvorschlag darstellen soll, listet vor allem auf, was die einzelnen EU-Regierungen bislang im Kampf gegen Alkoholmissbrauch getan haben und was davon als beispielhaft gelten kann.

Trotz des Verzichts auf die Forderung nach Werbeverboten sieht der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) keinen Anlass zur Entwarnung. Die Kommission habe ihr eigentliches Ziel - den Abbau der Werbung für alkoholhaltige Getränke - keinesfalls aufgegeben. "Ihr Kampf gilt der Werbung und nicht den sozialen Bedingungen als wissenschaftlich belegte Verursacher von unmäßigem Konsum alkoholhaltiger Getränke", so ZAW-Sprecher Volker Nickel. kj

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