Yello flankiert neues Tarifmodell mit Kampagne

Dienstag, 25. Februar 2003
Seitenhieb auf Eon im Claim
Seitenhieb auf Eon im Claim

Der Stromanbieter Yello tritt mal wieder mit einem neuen Preismodell an und flankiert diesen Schritt mit einer bundesweiten Plakatkampagne. Kern des neuen Tarifs ist eine regionale Preisdifferenzierung: In Gebieten, in denen Yello an die bisherigen Stromversorger hohe Durchleitungsgebühren zahlen muss, sollen auch die Haushaltskunden mehr berappen. Der Hintergrund: Die Yello-Mutter EnBW will nun endlich Gewinne sehen; bisher wurden nur Verluste eingefahren. Yello will die regionale Preisdifferenzierung aber nicht als Anfang vom Ende der bundesweit flächendeckenden Versorgung verstanden wissen. Die gelbe Marke sei fester Bestandteil der Endkundenstrategie von EnBW.

Anlass für das neue Modell ist der starre Strommarkt: Die Quote der Haushalte, die ihren Versorger gewechselt haben, stagniert bei 5 Prozent. Yello geht indes davon aus, dass weitere 14 Prozent wechselwillig sind. Um diese Verbraucher zu erreichen, führen die Kölner den Tarif mit dem dreimonatigen Lockangebot "Yello 7" ein: Neukunden können den gelben Strom vorerst noch zum Einheitstarif (7 Cent pro Kilowattstunde, monatlicher Grundpreis 7,70 Euro) beziehen.

Parallel macht Yello mit einer bundesweiten Plakatkampagne (Agentur: Jung von Matt/Spree) auf sich aufmerksam. Der Claim ist ein Seitenhieb auf Eon: "Andere sind on. Yello ist in". Er soll "auf sympathische Weise auf den Wettbewerb anspielen", erklärt Sprecher Andreas Müller.

Ein weiteres Ziel: Yello möchte kommunizieren, dass es "in" ist, Yello-Kunde zu sein. Allerdings macht das Unternehmen ein großes Geheimnis um seine Kundenzahl, die es seit zwei Jahren mit "über 700.000" angibt. Beobachter sehen die Millionengrenze noch nicht erreicht. Aber selbst dieser Wert wäre weit unter Plan: Der hatte nämlich 1,3 Millionen Kunden vorgesehen - und das schon bis Ende 2002. rp
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