Wirtschaft macht gegen Merkels Energiepolitik mobil

Freitag, 20. August 2010
Die Anzeige ist ab morgen in großen Printtiteln zu sehen
Die Anzeige ist ab morgen in großen Printtiteln zu sehen

Das gab es selten. 40 Wirtschaftsbosse machen gegen die Energiepolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel mobil. In einer Anzeige, die morgen bundesweit in Tageszeitungen geschaltet wird, wenden sich die Top-Entscheider gegen den Ausstieg
aus der Kernenergie. Zudem sprechen sie sich in dem offenen Brief gegen die schwarz-gelben Pläne für eine Brennelementesteuer und Ökosteuer-Erhöhungen aus.
Den "Energiepolitischen Appell" haben unter anderem Deutsche Bank-Boss Josef Ackermann, Metro-Chef Eckhard Cordes, die Vorstände der vier großen Energiekonzerne, Johannes Teyssen (E.On), Jürgen Großmann (RWE), Hans-Peter Villis (EnBW) sowie Tuomo Hatakka (Vattenfall) unterzeichnet. Auf der Liste finden sich daneben auch Ex-Bundesinnenminister Otto Schilly, Ex-Wirtschaftsminister Wolfang Clement und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. Die Kreation für die Anzeige verantwortet Jung von Matt/Elbe.

Doch längst nicht alle Wirtschaftsvertreter halten das Vorgehen für richtig. "Ich halte eine solche, einseitig an den eigenen wirtschaftlichen Interessen orientierte Aktion nicht für hilfreich", erklärt Hans-Joachim Reck. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), der rund 1.400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in in den Geschäftsfeldern Energie, Wasser/Abwasser und Abfallwirtschaft vertritt, glaubt, dass eine Anzeigenkampagne den komplexen Sachverhalten der Energiepolitik nicht gerecht wird. "Ich fürchte, diese Aktion wird den Akteuren in der Öffentlichkeit mehr schaden als nutzen."

Die Bundesregierung will bis Ende September ein neues Energiekonzept beschließen und die Laufzeiten der Kernkraftwerke endgültig festlegen. mir
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