Wie Apple sein neues iPad inszeniert - und dem Wettbewerb ein Schnippchen schlägt

Donnerstag, 08. März 2012
Apple-Chef Tim Cook präsentiert das neue iPad
Apple-Chef Tim Cook präsentiert das neue iPad

Gestern war es endlich soweit: Apple-Boss Tim Cook stellte in San Francisco das mit Spannung erwartete neue iPad vor. Das war gleich im doppelten Sinne brilliant: Zum einen bietet das Tablet die vierfache Auflösung des iPad 2 und verfügt laut Apple-Marketingboss Phil Schiller damit über "das hochauflösendste Display, das es jemals bei einem mobilen Endgerät gegeben hat". Diese Eigenschaft steht auch im Fokus des neuen TV-Spots, den HORIZONT.NET vorab zeigt. Zum anderen hat Apple mit der Herabsetzung der Preise für das Vorgängermodell quasi nebenbei seinen Konkurrenten wie Samsung und Motorola die Aufholjagd massiv erschwert. Bei der Präsentation des Geräts, das nicht iPad 3, sondern einfach nur "The new iPad" heißt, wimmelte es geradezu von Superlativen. Apple-Boss Tim Cook erklärte bei der Produktpräsentation in San Francisco nicht ohne Stolz, dass der Bildschirm des neuen iPad über mehr Pixel als hochauflösende Fernseher (HDTV) verfüge. Dadurch sei das neue iPad in der Lage, "unglaublich viel leuchtendere, tiefere und lebhaftere Farben darzustellen". Auch Marketingchef Schiller schwärmte von der "Rasierklingen-scharfen Darstellung von Texten und dem unglaublichen Detailreichtum bei Fotos und Videos.“

Dieses Feature steht auch im Mittelpunkt des neuen TV-Spots "This Good". Der wie immer von TBWA Chiat/Day entwickelte 30-Sekünder inszeniert die deutlich verbesserte Auflösung des Displays gleich anhand mehrerer Beispiele. So erfahren die TV-Zuschauer, dass selbst vergrößerte Fotos - in diesem Fall von einem Mädchen mit einem Schmetterling auf der Hand - noch gestochen scharf dargestellt werden. Und dass das Anschauen von Videos auf dem neuen iPad genauso viel Spaß machen kann wie auf einem hochauflösenden Fernseher.

Das neue iPad kostet 479 Euro aufwärts
Das neue iPad kostet 479 Euro aufwärts
Das Commercial läuft zunächst in den USA an und dürfte nach der Markteinführung in Deutschland am 16. März auch über den großen Teich nach Deutschland schwappen. Und es spricht vieles dafür, dass es nicht bei diesem einen Spot bleiben wird. Der Grund: Das 479 Euro teure neue iPad hat noch einige weitere Features, die in dem Spot "This Good" mit keinem Wort erwähnt werden. So etwa den neuen Prozessor, der das Gerät rund zehn Mal schneller machen soll als das Vorgängermodell. Auch die dank 4G und LTE höhere Surf-Geschwindigkeit dürfte Apple noch kommunikativ ausschlachten.

Gar nicht schmecken dürfte Wettbewerbern wie Samsung (Galaxy Tab), Motorola (Xoom), Sony (Sony Tablet) oder Amazon (Kindle Fire) die neue Preisstrategie von Apple. Bei der Präsentation kündigte CEO Tim Cook an, dass das iPad 2 deutlich im Preis herabgesetzt wird. In Deutschland müssen Tablet-Fans ab Mitte März nur noch 399 Euro für das kleinste Modell mit 16 GB und Wifi zahlen. Dafür musste man bislang 479 Euro berappen. Das größere Modell mit 3G kostet ab sofort 519 statt 599 Euro. Damit dürften die Preise des Wettbewerbs deutlich unter Druck geraten. Das Xoom von Motorola schlägt in der 16-GB-Variante derzeit mit 489 Euro zu Buche. Die Unverbindliche Preisempfehlung von Samsung für das Galaxy Tab 10.1N mit 16 GB-Festplatte beträgt nach Angaben des Herstellers sogar 629 Euro. Apple dürfte nun mit Recht darauf hoffen, dass sich die Verbraucher im Zweifel dann doch für das sogar günstigere Original entscheiden. mas
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