Weshalb es für Rügenwalder im Kundenbeirat um die Wurst geht

Donnerstag, 10. Mai 2012
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Die Viral-Kampagne von Elbkind für Rügenwalder ist gewohnt launig, doch das Anliegen des Fleischwarenfabrikenten ist durchaus ein ernsthaftes. Die Marke mit der roten Mühle sucht bis Ende Juni Kandidaten für einen Kundenbeirat. Die Anforderungen an die Kandidaten für das 20-köpfige Gremium sind hoch gesteckt: Es wird die Teilnahme an mehreren jährlichen Sitzungen erwartet, bei denen der Beirat Themen von Markttrends über neue Produkt- und Packagingideen bis hin zur Werbestrategie diskutiert. Damit gehört Rügenwalder zu den Pionieren in der Lebensmittelbranche. Der Beirat ist letztlich für den Hersteller ein Instrument, das kundenfokussierte Marketing zu stärken. In der Vergangenheit lieferte das Kundengespräch an der Wursttheke den wertvollen Input, sagt Christian Rauffus, Geschäftsführer und Inhaber der Rügenwalder Mühle: "Früher standen wir über unsere Fleischereifachfilialen tagtäglich im direkten Austausch mit unseren Kunden." Doch in den vergangenen Jahren hat sich aus dem regionalen Fleischer mit eigenen Filialen eine bundesweit agierende Marke mit Vertrieb über den nationalen Einzelhandel entwickelt. Damit ging allerdings auch die direkte Verbindung zum Kunden am Point of Sale verloren.

Das soll sich ändern, sobald der neue Kundenbeirat im September das erste Mal tagt: In drei bis vier Sitzungen pro Jahr will Rügenwalder dann mit seinen Kunden über wichtige Fragen für das Unternehmen wie auch über Anregungen und Kritik seitens der Kundenvertreter dikutieren. „Wir wünschen und erhoffen uns, viel über die Sicht unserer Kunden auf eine Vielzahl von Themen zu erfahren", erklärt die zukünftige Leiterin des Kundenbeirats, Gabi Soballa. „Dazu gehören Einschätzungen zu Entwicklungen und Trends im Bereich Ernährung, zur Qualität und zum Geschmack unserer Produkte ebenso wie Erfahrungen mit unseren Verpackungen, Wünsche für neue Sorten oder Meinungen zu unserem Image und unserer Werbung."

Damit geht Rügenwalder deutlich über die Ziele anderer Unternehmen hinaus. Denn im Regelfall dient ein Kundenbeirat dazu, die qualitativen Standards in der Kundeninteraktion zu sichern oder soll öffentlichkeitswirksame PR-Anlässe schaffen. Dass ein Beirat tatsächlich Input für strategische Marketingentscheidungen liefert ist eher die Ausnahme. Doch Rügenwalder ist anscheinend überzeugt, genügend Interessenten für dieses anspruchsvolle und vor allem unbezahlte Ehrenamt zu finden. Die maximale Amtsdauer wurde vorbeugend auf zwei "Legislaturperioden" beschränkt. cam
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