Werbung für Kofler Energies Club kostete vier Millionen Euro

Mittwoch, 23. Februar 2011
Georg Kofler: "Wie ein zu Null verlorenes Tennismatch"
Georg Kofler: "Wie ein zu Null verlorenes Tennismatch"

Mit seinem Ausflug ins Privatkundengeschäft im Energiesektor hat Ex-Medienmanager Georg Kofler mehrere Millionen Euro versenkt. Allein die Werbekampagne für den von ihm selbst zum "ADAC der Energiesparer" ausgerufenen Kofler Energies Club kostete 4 Millionen Euro. Das sagt der Unternehmer in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Dabei dürfte es sich um Bruttozahlen handeln.
Die Kampagne (Kreation: Heimat, Berlin) ging zu Jahresbeginn on Air und sollte neue Kunden für das im Oktober 2010 gestartete Angebot generieren. Die Ziele waren ambitioniert: Bis Ende 2012 wollte Kofler eine Million Mitglieder gewinnen. Nachdem die reale Entwicklung aber weit hinter den Erwartungen zurückblieb, wurde das Angebot Anfang Februar gestoppt - genauso wie die Werbekampagne.

Kofler macht aus seinem Ärger über den Misserfolg kein Hehl - allerdings nicht, ohne die ihm eigene Nonchalance: "So ein Flop geht natürlich gegen die Sportlerehre. Es ist wie ein großes Tennismatch, das Sie zu Null verlieren und dies auch noch vor großem Publikum. Das nervt, ist aber kein Desaster."

Auf die Frage, wie viel Geld seines Privatvermögens er verloren habe, sagt Kofler: "Einige Millionen zu viel, aber die Neider muss ich enttäuschen: Es handelt sich definitiv um einen kleineren Teil. Wir haben früh eingegriffen und so die Verluste begrenzt." Mit der Übernahme der Verantwortung für den Flop tut sich Kofler nicht leicht - obwohl er mit seinem Namen für das Angebot stand: "Das besonders Ärgerliche daran ist, dass ich nicht operativ im Geschäft war, sondern im Aufsichtsrat, trotzdem ziehe ich für das Scheitern alle Pfeile öffentlich auf mich." Gleichzeitig räumt er ein, dass es ihm recht geschehe, weil er sich eben weit aus dem Fenster gelehnt habe. mam 
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