Werbeverbot für verschreibungspflichtige Medikamente bleibt

Donnerstag, 25. November 2010
Pharmahersteller dürfen auch weiterhin nicht für verschreibungspflichtige Arznei werben
Pharmahersteller dürfen auch weiterhin nicht für verschreibungspflichtige Arznei werben

Das Europäische Parlament hat entschieden: Das Werbeverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel bleibt. Damit ist der Vorstoß des ehemaligen EU-Kommissars Günter Verheugen aus dem Jahr 2008 vom Tisch, das Verbot aufzulockern. Die Entscheidung muss allerdings noch vom Ministerrat bestätigt werden. Die Parlamentarier hatten neben einer Störung der Arzt-Patienten-Beziehung vor allem einen weiteren Kostenanstieg im Gesundheitswesen befürchtet. Damit haben die Pharmaunternehmen eine herbe Niederlage erlitten. Sie hatten hinter den Kulissen monatelang für eine Lockerung des Werbeverbots gekämpft. Laut dem Marktforschungsinstitut IMS Health erzielte Pfizer im vergangenen Jahr 57 Milliarden US-Dollar mit verschreibungsplichtigen Medikamenten. Damit liegt der US-Pharmariese beim weltweiten Medikamentenumsatz auf Platz 1 vor Merck & Co (39 Milliarden US-Dollar) und Novartis (38,5 Milliarden US-Dollar). Ebenso müssen die Unternehmen klar zwischen Werbung und Information unterscheiden.

Und das ist nicht die einzige Niederlage. Gleichzeitig müssen die Unternehmen dafür sorgen, dass die Beipackzettel verständlicher werden. In einem Faktenkasten sollen Wirkung, Dosierung und Risiken eindeutig beschrieben werden.

Unabhängig davon fahren die Pharmafirmen ihre Spendings im OTC-Markt hoch. Laut Nielsen Media Research investierten die Unternehmen bis Oktober rund 588 Millionen Euro brutto in die Werbung. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von acht Prozent. Und mit dem Beginn der Grippe und Schnupfenzeit dürfte das noch mehr werden. So ist etwa Stada mit Grippostad C Hauptpartner des diesjährigen Red Nose Day. Ab Ende des Monats läuft zudem auf allen reichweitenstarken privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehkanälen ein TV-Spot, der mit Online-Aktivitäten unterstützt wird. Gleichzeitig trommelt das Bad Vilber Unternehmen für Locabiosol S mit einer aufmerksamkeitsstarken Anzeigenserie in der "Bild-Zeitung" sowie einer breit angelegten Online-Kampagne. mir
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