Werbespendings: Carat schraubt Erwartungen zurück

Mittwoch, 27. August 2008
Jerry Buhlmann, CEO von Aegis Media
Jerry Buhlmann, CEO von Aegis Media

Carat, die Mediaagentur aus dem Hause Aegis, hat ihre Wachstumsprognose sowohl für den deutschen als auch den weltweiten Werbemarkt nach unten korrigiert. In Deutschland geht die Agentur nicht mehr von einem 0,5-prozentigen Wachstum für das laufende Jahr aus, sondern lediglich von einem Anstieg um 0,3 Prozent. Noch im März prognostizierte Carat ein Investitionsplus von 0,7 Prozent. Damit nimmt Deutschland weltweit den zweitletzten Platz ein. Die rote Laterne hält Spanien. Auch weltweit hat Carat seinen Forecast revidiert, und zwar von 6 auf 4,9 Prozent. Für 2009 werden die Wachstumserwartungen geringfügig von 4,9 auf 4,8 Prozent gesenkt.

Die deutlichste Korrektur erwartet die Agentur in den USA (von 3,8 auf 2,1 Prozent), in Großbritannien (4,3 bzw. 2,5 Prozent), Spanien (3,8 bzw. minus 2,3 Prozent) und China (19,7 bzw. 18,2 Prozent). Die Reduzierung des Wachstums in der Volksrepublik geht auf die Unklarheit bezüglich der Auswirkungen des Erdbebens im Mai und der weiteren Entwicklung der Spendings nach Olympia zurück.

Aufgesplittet nach Mediengattungen zeigt sich: Das Internet bleibt größtes Wachstumssegment (plus 23,7 Prozent). "In diesem Jahr dürfte die Internetwerbung die Radiowerbung überholen und auf der Beliebtheitsskala Rang drei hinter TV und Print-Medien belegen", sagt Jerry Buhlmann, CEO von Aegis Media. Auch 2009 dürfte das Internet mit einem Wachstum von 18,6 Prozent an erster Stelle rangieren.

Dieses Wachstum geht auf jedoch auf Kosten der Print-Medien. Zeitungen beispielsweise verzeichnen ein Minus von 0,8 Prozent. Alle übrigen Gattungen können zulegen. Das TV-Segment verzeichnet im laufenden Jahr ein Plus von 5,9 Prozent und hält weiterhin den Löwenanteil an den globalen Werbeausgaben. Die Kinowerbung verzeichnet mit 13,2 Prozent ebenfalls ein kräftiges Wachstum, allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Das Wachstum der übrigen Medien: Zeitschriften 1,7 Prozent, Radio 3,3 Prozent, Außenwerbung 5,0 Prozent. jm
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