Werberestriktionen bei Zigaretten: Philip Morris prüft Klagen

Donnerstag, 16. August 2012
Australien geht die Tabakindustrie hart an
Australien geht die Tabakindustrie hart an

In Australien feiert die Regierung das Urteil des obersten Gerichtshofs für verschärfte Auflagen bei Zigarettenwerbung  als "Wendepunkt im Kampf gegen die weltweite Tabakindustrie". Heute formiert sich der Widerstand. Zwar hat British American Tobacco erklärt, das Urteil anzuerkennen und seine Packungen entsprechend anzupassen. Philip Morris hingegen prüft eine Schadensersatzklage. Nach dem Urteil dürfen ab Ende des Jahres Zigaretten nur noch in einer olivgrünen Einheitspackung in den Handel gebracht werden. Statt Markenlogos zeigen die Packungen künftig nur noch Horrorbilder von Krebserkrankungen. Die australische Regierung hofft, die Verbraucher auf diese Weise über die Gefahren des Rauchens aufklären zu können. Bei Philip Morris wartet man derzeit auf die Urteilsbegründung, danach wird das Unternehmen prüfen, ob es Schadensersatzforderungen geltend machen kann. Zudem denkt der Zigarettenriese über eine Klage nach, weil das Gesetz gegen ein bilaterales Handelsabkommen zwischen Australien und Hongkong verstoßen soll.  Kampflos, so viel ist klar, wird der Konzern das Feld nicht räumen. Und das aus gutem Grund. Länder wie Brasilien und Indonesien prüfen derzeit ähnliche Gesetze.

Hierzulande dürfte es allerdings nicht so hart für die Branche kommen. Zwar überarbeitet die EU derzeit die Werberichtlinien. Aber der zuständige EU-Gesundheitskommissar John Dalli hat laut "Welt Online" bereits durchblicken lassen, dabei weniger weit gehen zu wollen als die Regierung in Australien.

Ohnehin verzichten Konsumenten in Europa immer öfters auf die Industrie-Zigaretten: Im ersten Halbjahr ging der EU-weite Absatz nach Philip Morris-Berechnungen um 5,8 Prozent zurück. Vor allem in Griechenland werden die Packungen zum Ladenhüter. Um 20 Prozent brach hier der Absatz ein, in Spanien um rund zehn Prozent.  In Deutschland sind die Zahlen nur leicht rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr verkauften die Hersteller bis Ende Juni 1,3 Prozent weniger Industriezigaretten. Weniger geraucht wird deswegen allerdings nicht.  Der Absatz von Drehtabak steigt. mir
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